Online: 18.11.2016 - ePaper: 19.11.2016

Warum Trump zur Wahl gratuliert?

Barbara Khanavkar, Arno Freihold, Vietze

Ein Mensch ist am 8. und 9. November in Amerika an die Präsidentenmacht gewählt worden, der das Eigeninteresse der amerikanischen Nation mit einpeitschenden Slogans in den Vordergrund stellt, der Klimaschutzvereinbarungen zum Wohl der Welt als überflüssig darstellt, der Prinzipien der Menschenwürde zu ignorieren bereit ist.

Wir hier in Deutschland und Europa haben uns eine Ordnung erarbeitet, in der wir im Zusammenwirken mit unseren Nachbarstaaten eine größtmögliche individuelle Freiheit für alle Menschen gewährleistet sehen. Am 9. November 1989 ist in unser Nation durch den Mauerfall ein denkwürdiger friedlicher Schritt in Richtung Solidarität und menschlicher Koexistenz realisiert worden. Die Reichs-pogromnacht am 9. November 1938 ist weiterhin präsent. Wir wissen jedoch, es geht anders. 2015 haben viele Deutsche unter der Ermunterung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel Vertriebenen und Kriegsversehrten eine neue Heimstatt zu erleben ermöglicht.

Aber auch in unserer Gesellschaft und in Europa haben seither die nationalegoistischen Bewegungen ihre menschenverachtenden Parolen laut werden lassen. Sie schreiben Solidarität nicht klein, sie vernichten sie. Warum muss unser Bundespräsident diesem nationalegoistischen Menschen Donald Trump zu seiner Wahl gratulieren? Müssen wir aufgrund von Konventionen vergessen, dass viele Diktatoren wie auch der Weltkiegsagitator Adolf Hitler demokratisch an die Macht kamen? Wenn unser freiheitsliebender Bundespräsident schon Grüße sendet, wer sagt dann noch: So nicht, ich stelle mich quer?

^ Seitenanfang