Online: 02.12.2016 - ePaper: 03.12.2016

Anwerbetour bis zu den Fidschi-Inseln

Betrifft: Kommentar von Matthias Sobottka über Profi-Fußball (EJZ vom 5. November)

Matthias Sobottka schrieb über ihn: Ein Urgestein an Bodenständigkeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit, dafür stand und steht "uns Uwe". Und das in einer Zeit, wo der Profi-Fußball zu einem unwürdigen Milliardenspiel und -geschäft geworden ist, wo jeder 20-Jährige, der gerade zwei Mal in Folge den Ball unfallfrei stoppen konnte, Millionen an Euro in den Rachen gestopft bekommt.

Ich kann diesen vorstehenden Ausführungen von Herrn Sobottka nur zustimmen und führe dazu noch aus: Schiedsrichter müssen sich teilweise von Spielern und Trainern anpöbeln, anspucken und fast noch angreifen lassen. Trainer agieren am Spielfeldrand derartig wutverzerrt, so dass ein Orang-Utan beim Verteidigen seines Revieres noch fotogener aussieht.

Unfähige Funktionäre bekommen keine praktikable Spielordnung erstellt. Vermutlich werden Fouls, entsprechendes Zerren und Reißen am Trikot, wohl auch "Schwalben", eingeübt, um Schiedsrichter zu täuschen. Auch hat unsere Polizei wahrlich besseres zu tun als in Stadien gegen Randalierer, Chaoten und Hoo-ligans vorzugehen, um halbwegs für Ordnung zu sorgen und muss dabei Verletzungen in Kauf nehmen.

Wenn hier nicht alsbald eine Änderung eintritt, wird - wie Herr Sobottka ausführte - der Profi-Fußball weiter verkommen. Unsere Polizei sollte nicht mehr für die Stadionsicherheit zuständig sein, wenn auf dem Rasen Millionäre mehr oder wenig gut agieren und in der VIP-Loge Vereinsbosse und sonstige monetär gut abgesicherte Funktionäre - wohl auch Millionäre - kluge Sprüche abgeben, die eigentlich keiner mehr hören will, sowie interviewt werden von Reportern mit teilweise dümmlicher Fragestellung. Diese wären besser zu Hause geblieben. Stadien sollten aus den Vereinen heraus abgesichert werden. Beispielsweise Borussia Dortmund: Das Stadion ist bereits vor jeder Saison ausgebucht, das heißt rund 80000 Zuschauer, sodass ein Euro (oder auch weniger) des Eintrittspreises eine mehr als hohe Summe für selbst zu stellende Sicherheitskräfte ergibt.

Dass manches Negative und Ungereimte aus dem Profifußball bis in unser schönes Wendland herüberschwappt, erleben wir hautnah. Beispiel: Ein Verein, der Spieler EU-weit anwirbt und verpflichtet - es genügt wohl nicht, so kommt Südamerika dazu, um den Abwärtstrend zu stoppen. Ein "Schelm" soll dem Abteilungsleiter eine erweiterte Anwerbetour bis zu den Fidschi-Inseln empfohlen haben, es scheint aber momentan nicht möglich zu sein, da das Trainerkarussell viel Zeit in Anspruch nimmt.

Was soll man abschließend sagen: "Schauen wir mal", war so ein geflügeltes Wort vom "Kaiser", heute wohl nicht mehr angebracht, denn dessen Krone scheint sich in Geldlappen zu verwandeln.

Werner Sowa,

Wustrow

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