Online: 09.12.2016 - ePaper: 10.12.2016

Erst einmal Fakten schaffen

Betrifft: Leserbrief "Kleingärten und Biotope erhalten" von Doris Rabe-Ostwald (EJZ vom 24. November)

Da muss ich Ihnen ganz entschieden widersprechen, Frau Rabe-Ostwald, denn Ihr rücksichtsloses Vorgehen gibt die Richtung vor. Wenn Ihnen tatsächlich am Gespräch mit den Anwohnern und Pächtern der Kleingärten gelegen wäre, dann hätten Sie das Gespräch mit diesen vor der Planung und vor der Einbeziehung des Stadtrates gesucht. Nein, Sie wollten erst einmal Fakten schaffen und hofften, es merkt keiner und es muckt auch keiner auf. Dieses ist glücklicherweise fehlgegangen.

Dann ist es mehr als nur zu bezweifeln, dass Sie einen über Jahre hinweg entstandenen Biotop erhalten wollen. Denn dagegen spricht der von Ihnen den Betroffenen im Nachhinein vorgelegte Plan der angedachten Projekte. Wir, die Betroffenen, sind nicht der Stadtrat, und wir nicken somit nicht einfach mal etwas ab, was völlig sinnlos ist. Der Biotop, der sich auf dem Gelände des alten Klärwerks gebildet hat, hat gleich zwei Funktionen, nämlich a) Schallschutz zur SKF und b) Lebensraum vieler wildlebender Tiere. Diese beiden Funktionen sind vorrangig und höher zu bewerten als Ihre sozial-ökologisch verpackte Geschäftsidee.

Wie Herr Dieter Dauwald in seinem Leserbrief schon richtig vorträgt, gibt es für Ihr Vorhaben ein wesentlich geeigneteres Objekt, nämlich die alte Hauswirtschaftsschule in der Königsberger Straße. Dort sind Gebäude, Grün- und Gartenflächen vorhanden, und es wird Lehrstand beseitigt. Ich hoffe nur, dass der Stadtrat die Unsinnigkeit dieses Vorhabens ebenfalls erkennt und die Durchführung ablehnt.

Die Stadt Lüchow hat nicht viel grüne Lunge, warum soll davon jetzt noch etwas abgezweigt werden? Haben wir nicht schon genug Natur zugepflastert? Und warum sollten die Bewohner von Eichendorffstraße, Lessingstraße und Rehbecker Weg mit unnötigem Verkehr belastet werden? Der Verkehr ist schon auf der Königsberger Straße, und das reicht als Umweltbelastung allemal. Ihr Ansinnen widerspricht sozial-ökologischem Denken, auch dann, wenn Sie behaupten, das Projekt vorrangig für Flüchtlinge nutzen zu wollen. Wenn das so wäre, dann wäre dies Projekt Ausgrenzung und nicht Integration.

Sabine Flügel, Lüchow

^ Seitenanfang