Online: 16.12.2016 - ePaper: 17.12.2016

Beten für Sallahns Kreuzung

ZoomDie Meinungen über die Gefahreneinschätzung an der Kreuzung in Sallahn gehen auseinander. Die Kreisverwaltung sieht – abgesehen von der Verkehrssituation für Fußgänger und Radfahrer – keinen Handlungsbedarf. Das wird von Bewohnern des Dorfes heftig angezweifelt.

Betrifft: "Kein Kreisverkehr in Sallahn" (EJZ vom 6. Dezember)

Da hat sich der Landkreis viel Mühe gegeben, das Problem mit der Sallahner Kreuzung zu analysieren. Weder Kosten noch Mühen wurden gescheut, eine Befragung der Dorfbewohner sowie eine Verkehrszählung durchführen zu lassen. O.k., man kann nicht verlangen, dass die Anlieger zur Befragung eingeladen beziehungsweise über die Möglichkeit der Meinungsäußerung informiert werden. Das übersteigt die Mittel.

Die im Artikel dargestellte Meinung kam übrigens entgegen der Beschreibung nur von einer einzigen Person. Das ist sicher. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Muss legitim sein, dass hier wohl ein Fehler im Informationsaustausch passiert ist. Ebenso muss man verstehen, dass die Verkehrszählung sich auf wenige Stunden beschränkt. Das kostet. War übrigens ein Donnerstag, also statistisch gesehen nicht unbedingt der verkehrsreichste Tag der Woche, aber man muss ja Rücksicht darauf nehmen, wann die Firma zur Durchführung Zeit hat. Die Messung fand ab Nachmittag bis zum nächsten Morgen statt. Ach so, Ferien waren da auch gerade. Egal.

Immerhin hat man sich noch die Mühe gemacht, eine Unfallstatistik zur betreffenden Kreuzung auszustellen. Mit Erleichterung hat man festgestellt, dass es bislang keine Toten gegeben hat. Das hilft. Gott sei Dank. Bei der Gelegenheit erinnere ich mich an einen Unfall mit einem Rettungswagen, der beim Queren der Kreuzung von einem anderen Fahrzeug erfasst wurde und durch die Wucht des Aufpralls auf die Seite fiel. Der Patient wird dieses Erlebnis bestimmt nie wieder vergessen. Eigentlich ist das ganze Gewese um diese Kreuzung gar nicht zu verstehen. Immerhin wurde vor einigen Jahren dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung bis 50 km/h gesetzt. Dass sich die meisten Autofahrer nicht daran halten, kann man nicht ändern. Schließlich gibt es aufgrund der Umgebungsstruktur keine Möglichkeit einer Messung. Da kann man nichts machen. Auch egal.

Wir Sallahner sind infrastrukturell einiges gewohnt (auch im elektronischen Bereich). Unsere Kinder müssen jeden Morgen und Mittag die Straße überqueren, weil der große Schulbus nicht im Dorf umdrehen kann. Ist noch nichts passiert. Wieder Gott sei Dank. Und dann ist es ja so, dass dieser Antrag, die Sallahner Kreuzung durch einen Kreisverkehr sicherer zu gestalten, nicht überbewertet werden darf. Wenn diesem Ansinnen stattgegeben werden würde, würde das noch ganz anderswo Begehrlichkeiten wecken. Geht nicht, gibt's nicht.

Da hat sich der Landkreis wirklich viel Mühe gegeben, das Problem mit unserer Kreuzung aus der Welt zu schaffen. Ist geschafft. Hab gerade im Büro eine Nachricht erhalten. Von meiner Nachbarin. Sie schreibt: "An der sicheren Sallahner Kreuzung hat es doch gerade tatsächlich wieder geknallt." Gute Nacht, Sallahn. Und vorher nicht vergessen zu beten. Für unsere Kinder. Und alle, die unsere Kreuzung überqueren. Tag für Tag.

↔Ulrike Giese, Sallahn

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