Online: 23.12.2016 - ePaper: 24.12.2016

Masern eliminiert

Betrifft: Impfthematik

Impfgegner zitieren für ihre Überzeugung eine für sie nicht hinnehmbare schädliche Auswirkung des Impfens. Aufmerksamkeitsdefizitstörungen werden ins Feld geführt, Allergien, Autismus und viele andere Beeinträchtigungen, deren Ursachen gelinde gesagt vielschichtig sind. Eine kausale Verknüpfung mit dem Impfen gelingt wahrscheinlich auf dem gleichen Niveau, auf dem die Anzahl der Störche mit der Geburtenrate korreliert.

Im Deutschen Ärzteblatt vom 25. November wird berichtet, dass das Ziel der Elimination der Masern (seit 1998 von der Gesundheitsministerkonferenz der Länder verfolgt) in Deutschland scheitert. Die Fallzahl ist im Jahr 2015 auf 2464 gestiegen (2014: 442). Damit können sich die Impfgegner abfinden. Schade ist es für die vielen Individuen, die sich mit einer sehr beeinträchtigenden Viruserkrankung herumschlagen müssen, und für die Unglücklichen, die an den Folgen und Spätfolgen sterben müssen. Der Zusammenhang zwischen Virusinfekt und Krankheit ist kausal nachgewiesen. Impfen würde hier helfen. In Nordamerika ist die Elimination von Masern gelungen. Wohlgemerkt: Eine kritische Auseinandersetzung mit medizinischen Maßnahmen darf nie fehlen. Und Negativauswirkungen von Eingriffen besonders an gesunden Menschen (auch Vorsorgeunter-suchungen) müssen einer strengen wissenschaftlichen Prüfung zugeführt werden. Wir haben schon manche Rücknahme von Medikamenten miterlebt und Änderung von Behandlungsstrategien. Es gibt aber kaum eine Methode, die bereits so lange auf dem Prüfstand steht und von so gewaltigem Zahlenmaterial in ihrer positiven Auswirkung belegt ist wie das Impfen.

↔Dr. Barbara Khanavkar, Vietze

^ Seitenanfang