Online: 23.12.2016 - ePaper: 24.12.2016

Falsch und ungenau

Betrifft: "Atomausstieg wird zum Bumerang" (EJZ vom 7. Dezember)

In der Elbe-Jeetzel-Zeitung wurde am 7. Dezember über das Karlsruher Urteil zum Atomausstieg berichtet. Da heißt es zu den noch anhängigen "entsorgungsspezifischen Klagen", es gehe darum, "dass der Bund Gorleben als Endlager gekippt hat, obwohl die Industrie schon Milliarden in die Erkundung des Salzstocks im Wendland gesteckt hat". Das ist falsch und ungenau.

Falsch ist, dass der Salzstock als Endlager gekippt wurde. Das Standortauswahlgesetz schreibt dem umstrittenen Salzstock eine gesonderte Rolle zu: Er bleibt im Topf, und in Gorleben wurde ein Offenhaltungsbetrieb verfügt. Jederzeit kann aus dem Standby-Betrieb heraus in Gorleben weitergemacht werden. Sehr zum Verdruss sehen wir uns mit derartigen "Nachrichtenlagen" und Äußerungen von Politikern konfrontiert, wie sie der Kollege Schraa wiedergab.

Ungenau ist: Bisher flossen nicht gigantische Summen, "Milliarden", in den Ausbau (!) und die Erkundung, sondern 1,8 Milliarden. Die Stromkonzerne wurden über die Endlagervorausleistungsverordnung als Verursacher zur Kasse gebeten und wollen nun das Geld zurück, obwohl a) Gorleben offen gehalten wird und b) bis zum Jahr 2000 die "Fortschritte bei der Erkundung" des Salzstocks als Entsorgungsnachweis für den laufenden AKW-Betrieb galt. Offensichtlich gibt es nun unter dem öffentlichen Druck doch noch eine Wende: Es heißt, dass diese Klage von den Konzernen zurückgezogen würde.

↔Wolfgang Ehmke,

↔Pressesprecher der

↔Bürgerinitiative Umwelt-schutz Lüchow-Dannenberg

^ Seitenanfang