Online: 23.12.2016 - ePaper: 24.12.2016

Dauerauftrag mit Folgen

Betrifft: Ärger mit Geldinstitut

Eine schöne Bescherung erlebte ich, als ich am 2. Dezember auf mein Bankkonto sah: Es war leer. Mein Kreditinstitut hatte einen stillgelegten Dauerauftrag ausgeführt. Auf Nachfrage am Bankschalter wurde mir nur knapp mitgeteilt, "das ist hier so eingetragen". Auf mein Erwidern, dass ich das so nicht in Auftrag gegeben hätte, hieß es, die Kollegin sei erst Montag wieder da.

Von zu Hause aus versuchte ich von 11 bis 15 Uhr einen Vorgesetzten telefonisch zu erreichen. Mein Fall hatte in der Bank bereits die Runde gemacht, und er ließ sich verleugnen. Am Montag machte ich mich wieder auf den Weg zur Bank. Mir wurde kühl, als hätte ich die Bank ausgeraubt, die Auskunft erteilt: Es sei niemand zu sprechen, und ich könne Dienstag um 10.30 Uhr wiederkommen, dann hätte der zuständige Herr Zeit. Noch ein Tag ohne Geld.

Dieser Dienstag-Termin klappte, und ich wurde vorgelassen. Mir gegenüber saß ein wohlgenährter Herr. Ich verlangte, er möge mir die Unterschrift zeigen, die ich geleistet hätte, um den Dauerauftrag wieder aufzunehmen. Denn: Es gibt ja gar keine Unterschrift, und der Angestellte erzählte mir, dass dieses seit dem SEPA-Verfahren nicht mehr nötig sei. Ich fragte ihn, was denn das SEPA-Verfahren mit meinem Dauerauftrag zu tun hätte, denn es ist ja für leichtere europaweite Überweisungen eingeführt worden. Dieses überspielte er mit der Aussage, er könne mich ja verstehen. Aber wo solle er denn das Geld herholen? Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass die Bank in einem solchen Fall ja wohl versichert sein müsse. Die Versicherung lehne die Zahlung ab, hieß es. Und alle Kollegen würden vor Gericht schwören, dass ich den Auftrag so erteilt hätte. Alle Kollegen waren genau zwei.

Ich bin mir sicher, dass ich den Dauerauftrag im April auf unbestimmte Zeit ausgesetzt habe. Denn Anfang Mai hatte ich einen Herz-OP-Termin, und ich wusste ja nicht, wie es mir danach gehen würde. Alles reden nützte nichts. Ich könne ja einen Anwalt einschalten und an die Öffentlichkeit gehen. Auf mein Bitten hin, mir sowohl den Schriftverkehr mit der Versicherung als auch den von mir angeblich in Auftrag gegebenen Dauerauftrag zu präsentieren, erhielt ich ein kurzes Schreiben. Darin wurde mir mitgeteilt, dass man mit der zuständigen Bank Kontakt aufgenommen habe, damit das Geld zurücküberwiesen wird. Bis zum 15. Dezember ist kein Geld eingegangen, und Post von meiner Bank ist auch nicht gekommen. Ein Anwalt ist eingeschaltet. Beim Betreten der Bank wurde ich nun sehr kühl behandelt. Denn alle Mitarbeiter nehmen meinen Fall persönlich. Ich habe nur eine kleine Rente, und das Geld, das man mir genommen hat, war für meinen Lebensunterhalt im Dezember. Mein Geldinstitut macht den Weg frei für eine gesegnete Weihnachtszeit.

↔Birgit Spranz-Gunsch,↔Breselenz

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