Online: 06.01.2017 - ePaper: 07.01.2017

Plädoyer fürortsnahe Feuerwehr

Betrifft: Artikel "Wieder Überschuss angestrebt" und "Ihre EJZ heute" (EJZ vom 22. Dezember)

Ein Zeitungsredakteur hat selbstverständlich das Recht, eine eigene Meinung zu haben. Diese darf er sicher auch berufsbedingt in einem Kommentar in "seiner Zeitung" öffentlich machen. Allerdings sollte er saubere Recherchen betreiben, bevor er dies tut. Ein kleines Beispiel: ein Lungenautomat für 5000 Euro? Mit Verlaub, es werden zahlreiche Ersatz-Lungenautomaten beschafft, damit die Feuerwehrleute nach dem Einsatz ihre benutzten Geräte austauschen können, um weiterhin zum Wohle der Bevölkerung einsatzbereit zu bleiben. Dieses Vorgehen ist der Hygiene und Gesundheit der Feuerwehreinsatzkräfte geschuldet und außerdem entspricht es den gesetzlichen Vorgaben.

Sicherlich ist der demografische Wandel zu bedenken, wenn zukünftig Feuerwehrbedarfspläne erstellt werden. Genau dieser Wandel gibt aber auch vor, dass nur mit vielen kleineren Ortsfeuerwehren Brandschutz und Hilfeleistungen als Pflichtaufgaben der Kommunen und zur Sicherheit aller hier lebenden Menschen auch zukünftig gewährleistet werden können. Als Flächen-Samtgemeinde ist in der Elbtalaue zu berücksichtigen, dass Hilfsfristen nur eingehalten werden können, wenn ortsnahe Feuerwehreinheiten zur Alarmierung bereit stehen und diese dann selbstverständlich - je nach Einsatzlage - durch weitere Feuerwehren ergänzt werden.

Mir persönlich sind drei bis sechs gut ausgebildete Feuerwehrleute mit Ortskenntnissen - nach kurzer Zeit mit Ergänzung durch weitere Einsatzkräfte nach einer etwas längeren Wartezeit - lieber, als auf die ersteintreffenden Hilfskräfte grundsätzlich wesentlich länger warten zu müssen und zu hoffen, dass sie sich nicht gerade woanders im Einsatz befinden. Ich gehe mal davon aus, dass jeder akut von einem Unfall oder Brand betroffene Mensch ebenso denkt. Wer allerdings auf das Eintreffen kompetenter Hilfe zukünftig deutlich länger warten möchte als bisher, der schließe sich getrost den Ausführungen des EJZ Redakteurs Axel Schmidt an.

↔Rainer Gronemann,

↔Zernien

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