Online: 06.01.2017 - ePaper: 07.01.2017

Rücksichtsloses Vorgehen

ZoomNicht nur Müll in der Landschaft ist unschön: Verstümmelte Apfelbäume fallen am alten Kirchweg zwischen Schnega und Leisten auf. Dort hat ein Unbekannter die im Rahmen Bürgerprojekts gepflanzten Alte-Sorten-Bäume unfachgemäß behandelt.

Betrifft:verstümmelte Apfelbäume bei Leisten

Der Weg von Schnega nach Leisten, der alte Kirchsteig, Kulturgut, einer der schönsten Wege im Südkreis, umsäumt von Bäumen und Hecken. Am Anfang des Weges Richtung Leisten steht eine gut sichtbare Hinweistafel "Die Apfelallee - ein Kleinod am Rande von Schnega". Dennoch: Vor Weihnachten wurden die Apfelbäume, um offenbar einem Ackerstück mehr Platz zu geben, mit unglaublicher Rücksichtslosigkeit verstümmelt, ein Apfelbaum wurde ganz abgesägt - eine klare Missachtung von Gemeindeeigentum, denn Eigentümerin des Weges ist die Gemeinde Schnega, und diese wurde genau wie der zuständige Verband zum Erhalt alter Obstbaumsorten von den Baumschnittarbeiten nicht informiert.

Die Bäume sind zum Teil so zugerichtet, dass sie leiden werden oder durch Pilzbefall und Fäulnis nach längerer Zeit ganz absterben. Das Verstümmeln der Bäume ist rücksichtslos - rücksichtslos den vielen Initiativen und den Menschen gegenüber, die sich mit viel Geld und großem, unter anderem vom Land und Landkreis geförderten Engagement für den Erhalt der Vielfalt alter Obstbaumsorten an diesem Weg eingesetzt haben, durch Neuanpflanzung, durch Nachpflanzung oder durch ein fachgerechtes Ausschneiden der Bäume. Das Verstümmeln der Bäume ist auch eine Geringschätzung grundsätzlich dem Kulturgut "Alte Obstbaumsorten" gegenüber - alte Obstbaumsorten, die über Jahrhunderte von Menschen genutzt wurden.

Und dieser Umgang mit Bäumen ist auch rücksichtslos den Menschen gegenüber, für die die Schönheit und Ästhetik einer Landschaft, eines Weges, einen Wert hat, Erholung und Lebensqualität bedeutet. Diese Rücksichtslosigkeit ist nicht zu begreifen und muss Konsequenzen zur Folge haben.

Lieber Mitglieder im Rat der Gemeinde Schnega, als Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sind Sie dem Wohl der Gemeinde Schnega verpflichtet und entscheiden, wie mit dem Vorfall umgegangen werden soll. Es wäre schön, wenn von dem Rat ein klares, Mut machendes Signal ausginge, ein Signal nicht nur für die Menschen, die diesen Weg lieben, sondern auch für all diejenigen, denen es zu schaffen macht, immer wieder ansehen zu müssen, wie rücksichtslos weiterhin mit der Natur umgegangen wird.

↔Hermann Klepper,

↔Banzau

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