Online: 10.01.2017 - ePaper: 11.01.2017

Nicht weiter zurückfallen

Betrifft: Leserbrief "Hin und weg vom Wendland" von Lila Wilde (EJZ vom 24. Dezember)

Frau Wilde aus Hamburg ist hin und weg vom "hinterwäldlerischen Wendland". Es sei auch deswegen so attraktiv, "weil es keine Autobahn und kein schnelles Internet gibt. Das Leben kommt aus der Erde und nicht aus der Steckdose". So schreibt sie es jedenfalls in ihrem Leserbrief.

Wenn wir diese Beschreibungen betrachten, kann man schon ins Grübeln kommen. Es stellt sich die Frage, ob diese Charakterisierung des Wendlands stimmt und wenn ja, ob die Menschen im Wendland das auf ewig so bestehen lassen wollen. Die Jugend fände es mit schnellem Internet sicher besser, wenn sie für die Schule notwendige Fragen im Netz recherchieren kann. Auch die vorhandenen Unternehmen, Hotels und auch die Landwirte benötigen modernere Kommunikationsmöglichkeiten. Die zahlreichen Gäste würden sicherlich noch zahlreicher kommen, wenn das Wendland besser eingebunden wäre.

Ich selber möchte 2017 in der Gemeinde Küsten ein Haus bauen und warte sehnsüchtig auf die Verbesserung der Internets. Mit Klingeldraht kommt man heute nicht weit. Es ist gut, dass der Landrat in seinem Neujahrs-Grußwort noch einmal darauf hingewiesen hat, dass die Breitbandverbindungen mit Hochdruck ausgebaut werden. An meinem jetzigen Standort wird in fünf Jahren jedes Haus mit Glasfaser angeschlossen sein. Die Zeit darf also auch im Wendland nicht stehenbleiben, das Wendland nicht weiter zurückfallen.

Wer das Wendland über die vergangenen Jahrzehnte beobachtet hat, weiß, dass manches zerfällt, aber auch immer wieder Neues und auch Kreatives entsteht. Das wird auch so weitergehen und in diesem Sinne ist auch das "Mut machen" zu verstehen.

Sieghard Wilhelm, Wolfsburg

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