Online: 17.01.2017 - ePaper: 18.01.2017

Werbung für Mogelpackung der Telekom

Betrifft: Breitbandinitiative der Telekom

Mitte Dezember warben die Telekom-Partnergeschäfte "DANN KOMM" und "Wendland Telefon" in EJZ, Kiebitz und Generalanzeiger in journalistisch aufgearbeiteten Anzeigen für die ach so tolle Breitbandinitiative der Telekom, die nun endlich weitere Teile unseres Landkreises erreicht. Hektisch griffen viele von uns zur Sonderveröffentlichung der EJZ oder dem Generalanzeiger, um zu schauen, ob das eigene Dorf diesmal zum erlauchten Kreis der von der Telekom auserwählten Dörfer gehört, die mit der aus Sicht unserer Telefonläden so fortschrittlichen VDSL-Technologie ab Dezember versorgt wird. Als Künscher Bürger wurde ich schnell enttäuscht. Obwohl wir nur vier Kilometer von Lüchow entfernt liegen und viele junge und berufstätige Menschen in unserem Dorf leben, die alle dringend mehr Bandbreite brauchen, wurde uns die Gnade der Telekom nicht zuteil. Dafür bekommt unser Nachbardorf Krautze den Zuschlag. Wie ist das möglich, und warum ist das so? Keine Antwort darauf von unseren lokalen Telekompartnern oder der Telekom selber. Man kann darüber schlicht nur spekulieren.

Tatsache ist, dass die Telekom überraschend und ohne Absprache mit dem Landkreis weitere Orte in die Versorgung aufgenommen hat und dem Netzbetreiber des Landkreises somit die Kunden abjagen wird, die der Landkreis dringend benötigt, um den Breitbandausbau, der dann uns allen zugute kommt, finanzieren zu können. Diese Tatsache alleine ist Grund genug zur Aufregung und sollte uns Bürger wachrütteln, den "Köder der Telekom" nicht zu schlucken, wie Arno Freihold bereits in einem Leserbrief mahnte.

Der zweite Grund ist die Mogelpackung, die uns die Telekom hier anbieten möchte und dreist als modern und innovativ verkauft.

Insofern hält sich meine Enttäuschung, dass wir Künscher von der Telekom wieder nicht bedacht worden sind, in Grenzen. Unsere Kreisverwaltung leistet gute Arbeit, und ich bin zuversichtlich, dass wir bis Ende 2018 kupferfrei an das Glasfasernetz angeschlossen werden und damit endlich zukunftsweisende Bandbreiten bis 1 GBit/s erhalten können, die die Telekom mit ihrer Kupfer-Technik nie anbieten wird. Glücklich können die Orte sein, die ohne vorherige Absprache mit dem Landkreis von der Telekom zusätzlich mit VDSL versorgt werden. Denn die werden wohl beide Optionen erhalten. Der Landkreis hält zu Recht an seinen Ausbauplänen für wirklich schnelle Internetverbindungen fest. Ausbauen darf er bekanntlich nur dort, wo die Telekom zur Zeit der Markterkundung keine Ausbaumaßnahmen angemeldet hat. Nach meiner Kenntnis sind dies die Orte Neu Darchau, Karwitz, Gümse, Breese in der Marsch, Jeetzel, Woltersdorf und Krautze (ohne Gewähr auf Vollständigkeit). Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Orte sind besonders aufgefordert, besonnen zu handeln, und keine langfristigen Verträge mit der Telekom abzuschließen, um später wechseln zu können.

↔Dr. Henrik Bettermann,

↔Künsche

^ Seitenanfang