Online: 17.01.2017 - ePaper: 18.01.2017

Göhrde kein großer Umweg

Betrifft: Artikel "Laut und bunt gegen Schließung" (EJZ vom 10. Januar)

Auf dem Bahnhof Leitstade protestierten vor Kurzem Anwohner gegen die Schließung dieses Haltepunktes - das können wir Bürger des Wendlandes natürlich alle unterschreiben, da der ÖPNV quasi kaum existiert - lediglich der Schulbusverkehr funktioniert.

Begrüßenswert bemüht sich der Fahrgastrat schon seit Längerem, die Bahnverbindung Dannenberg-Lüneburg von einem Drei-Stunden-Rhythmus in einen Zwei-Stunden-Rhythmus umzuwandeln, da dies natürlich ein Signal für unsere Pendler wäre. Kurz vor der Wahl sind natürlich alle Parteien auf diesen "Zug" aufgesprungen. Und es gab hierdurch Bewegung in dieser Angelegenheit. Am 20. September 2016 fand ein Gespräch beim Landkreis Lüneburg mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) statt. Das Land Niedersachsen bezahlt die erforderlichen Investionen von rund 11,5 Millionen Euro, um die Wendlandbahn von 60 km/h auf 80 km/h zu "beschleunigen". Doch - um ehrlich zu sein - müssen hierfür auch drei Haltestellen, die mit den niedrigsten Zustiegszahlen - nämlich Bavendorf, Neetzendorf und Leitstade - aufgegeben werden, damit die Geschwindigkeit von 80 km/h und somit der Zwei-Stunden-Rhythmus gewährleistet wird.

Ich kann die Proteste gegen die Schließung der Haltepunkte gut verstehen. Aber: Wollen wir weiterhin einen Drei-Stunden-Takt auf der Strecke mit Beibehaltung der vorgenannten Haltepunkte oder plädieren wir für einen Zwei-Stunden-Rhythmus (hierfür ist eine Geschwindigkeit von 80 km/h erforderlich)? Ich denke, für die meisten Pendler ist ein Zwei-Stunden-Takt interessanter, und dieser wird noch mehr Fahrgäste der Wendlandbahn zuführen. Für die meisten Fahrgäste, die den Haltepunkt Leitstade per Auto ansteuern, dürfte der alternative Bahnhof Göhrde kein großer Umweg sein.

Der Vorschlag des selbsternannten Verkehrsexperten und VCD-Vorsitzenden Rübsam-Wassong - die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h - ist total unrealistisch und kann eigentlich nur mit einem mentalen Ausrutscher erklärt werden (wird Leitstade ICE-Bahnhof?). Oder will er für die Mehrkosten Donald Trump anpumpen? Auch wir im Wendland müssen mit Steuergeldern sorgsam umgehen. Durch die Vorschläge von Rübsam-Wassong werden die Befürworter für die Beibehaltung des Haltepunktes Leitstade mit unrealistischen Träumereien geblendet.

Stattdessen müssen wir uns entscheiden, ob wir einen Bahnausbau ohne Leitstade oder den Erhalt der "Bummelbahn" haben wollen. Die potenziellen Fahrgäste warten schon sehr lange auf den Bahnausbau. Es wäre für den gesamten Landkreis fatal, wenn wegen Leitstade die schnellere Anbindung nach Lüneburg und Hamburg um mehrere Jahre verzögert oder schlimmstenfalls gestoppt würde.

↔Holger Burmeister, Hitzacker

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