Online: 27.01.2017 - ePaper: 28.01.2017

Merkwürdige Zeitplanzahlen

Betrifft: Artikel "Laut und bunt gegen Schließung" (EJZ vom 10. Januar)

Was ist hier falsch? Der Personenzug Nummer 1945 (ein Dampfzug!) brauchte 1953 für die Strecke Lüneburg-Dannenberg 59 Minuten Fahrzeit ohne Halt in Neetzendorf. Diesen Haltepunkt gab es da noch nicht, Leitstade als Bahnhof schon. Jetzt benötigt der Zug, ein Verbrennungstriebwagen (VT) der Baureihe 622 mit zwei Maschinenanlagen, 67 Minuten Fahrzeit mit beiden Haltestellen. Und dann will man durch den Wegfall von vier Haltestellen (Wendisch Evern, Bavendorf, Neetzendorf, Leitstade) die Fahrzeit von 67 auf 51 Minuten herabsetzen durch eine Geschwindigkeitserhöhung auf 80 km/h? Irgendwas passt hier nicht. 1953 lag die Streckengeschwindigkeit auch nur bei 60 km/h. Und Dampflocks waren nicht spurtstärker als die derzeit eingesetzten VT. Im Jahr 1990 braucht ein VT der Baureihe 628 für die Strecke 68 Minuten.

Oh, jetzt fährt man eine Minute schneller im Jahre 2017. Wie geht das? Frag' doch mal 'nen Eisenbahner: 1990 hatte man eine Minute Aufenthalt in Wendisch Evern. 2017 nicht. Aus- und Einstieg in derselben Minute. Und falls es noch niemandem aufgefallen ist: 1990 brauchte der Zug zwischen Dannenberg und Hitzacker sieben Minuten, 2017 acht. Zwischen Hitzacker und Leitstade waren es 1990 elf Minuten, 2017 zehn. Merkwürdig, liegt die Streckengeschwindigkeit 1990 und 2017 bei 60 km/h. Aber die Planungsgesellschaft der LNVG wird dies ja gewusst haben, sitzen dort sicherlich studierte Rechenkünstler. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h beträgt die Fahrzeit 48 Minuten. Das beinhaltete schon 1989 ein Verbesserungsvorschlag, den die Planungsgesellschaft erst noch in Zahlen ausdrücken muss. Er wurde von der Bahn abgelehnt. Zu teuer, hieß es. Im Verbesserungsvorschlag entfiel lediglich Neetzendorf.

Auch wenn Leitstade mitten im Wald liegt, hat der Bahnhof Potenzial. Zumal gerade erst Fahrkartenautomat und eine elektronische Hinweistafel aufgestellt wurden. Wanderer, Fahrradtouristen, Pendler aus den Dörfern Wietzetze, Bahrendorf, Sammatz sowie die Dörfer an der Elbuferstraße Schutschur bis Drethem nutzen den Bahnhof.

Und Göhrde als Alternative? Dort gibt es keine Parkplätze. Bau von Parkplätzen - etwa auf der alten Ladestraße? Wie kommt der Fahrgast zum Bahnsteig, wenn die Blinklichtanlage an der Zufahrt zur Ladestraße schon blinkt? Da muss wohl ein neuer Bahnsteig her, damit aus Sicherheitsgründen niemand übers Gleis zum alten Bahnsteig laufen muss. Merke: Leitstade muss nicht geopfert werden.

↔Michael Zabel,

↔ Schnackenburg

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