Online: 30.01.2017 - ePaper: 31.01.2017

Ist der Erhalt von Bahnhöfen Steuerverschwendung?

Betrifft: Leserbrief "Göhrde kein großer Umweg" von H. Burmeister (EJZ vom 18. Januar)

Warum die Interessen der Bewohner des Landkreises gegeneinander ausspielen? Warum muss es unbedingt Verlierer geben? Warum versucht Herr Burmeister in seinem Leserbrief, die Suche nach einer für alle guten Lösung mit dem Schüren von Ängsten zu unterbinden? Wird die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) wirklich, wenn der Landkreis nicht "brav" ist und ihre Bedingungen unhinterfragt akzeptiert, die Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg nicht ausbauen? Warum schürt er Angst vor Kosten, wenn nicht einmal untersucht wurde, welche Maßnahmen nötig wären, in Teilstrecken eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h vorzusehen, um eventuell auf die Schließung von Bahnhöfen verzichten zu können?

Ist der Erhalt von Bahnhöfen bei einer Bahnlinie Steuerverschwendung? Macht Sparsamkeit an dieser Stelle nicht ähnlich viel Sinn wie das Einsparen der Fenster beim Rathausbau in Schilda, bei dem das Licht dann mit Säcken hineingetragen werden musste? Je konkurrenzfähiger eine Bahnverbindung in Hinblick auf die Reisezeit mit dem Individualverkehr ist, desto höher der Anreiz, vom Pkw auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Der ökologische Verkehrsverband VCD sieht in der Förderung klimafreundlicher Mobilität eine seiner zentralen Aufgaben. Umstieg vom Pkw auf den öffentlichen Nahverkehr stellt einen der wirksamsten Beiträge zu Umwelt und Klimaschutz dar. Deshalb sollten bei Einführung eines Zwei-Stunden-Taktes zunächst alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, alle Haltepunkte weiter zu bedienen.

Und ist es wirklich schon ausgemacht, dass es diesen "Kuhhandel" mit dem Landkreis Lüneburg geben muss? Muss dessen Zustimmung zum Projekt "Ausbau der Wendlandbahn" mit der Schließung eines Bahnhofes im Landkreis Lüchow-Dannenberg "erkauft" werden? Wollen sich die Landkreise gegeneinander ausspielen lassen? Wenn Entscheidungen über Schließung von Haltepunkten am Ende doch nötig sind, sollten sie auf objektiv und seriös erarbeiteten Kriterien beruhen. Und die betroffenen Bürger müssen gehört worden sein.

Die Entscheidung wäre dann aber besser bei der Landesebene aufgehoben. Sie jetzt auf die kommunale Ebene abzuwälzen, bringt offensichtlich Zwietracht. Herr Burmeister schlägt Herrn Trump als möglichen Finanzier für den Ausbau der Wendlandbahn vor, womit er die Vorschläge des VCD als absurd darzustellen versuchte. Dessen Millionen werden sicher nie hier ankommen, sein Stil der Auseinandersetzung hat aber den Weg zu uns bereits gefunden. Dass mich die Elbe-Jetzel-Zeitung in einer Bildunterschrift als "Verkehrsexperten" bezeichnet hat, verleitete Herrn Burmeister in seinem Leserbrief ja bereits zu Entgleisungen im Stile eines Donald Trump. Auch wenn man in Amerika mit Beleidigungen Präsident werden kann, sollte nicht heißen, dass wir ihn uns hier zum Vorbild nehmen.

↔Bernd Rübsam-Wassong,

↔Bahrendorf

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