Online: 07.02.2017 - ePaper: 08.02.2017

Keine Antworten von CDU, SPD und SOLI

Betrifft: "Ihre EJZ heute" (EJZ vom 31. Januar)

"Ohne Bürger kann das Leben als Kommunalpolitiker so einfach sein. Niemand nervt mit kritischen Fragen", schreibt Benjamin Piel in der EJZ vom 31. Januar. Dieser Einschätzung kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. So habe ich vor vielen Wochen den im Kreistag vertretenen Parteien und Listen wegen der gefährlichen Sallahner Kreuzung Fragen gestellt und war damit wohl ein Störenfried. Dass Politiker, für das was sie tun oder unterlassen, Verantwortung tragen, scheinen einige von ihnen nicht gerne zu hören. Dabei ist ein Hinweis darauf, in Verbindung mit harten Fragen, weder illegal noch beleidigend. Ich dachte eigentlich, dass gerade in unserem Landkreis deutliche Worte und offene Kritik geschätzt werden; vor allem, wenn es um die Sicherheit und Gesundheit von Menschen geht. Aber da habe ich mich wohl mächtig getäuscht.

So weist ein Herr F. von der Bürgerliste "in aller Form" die "Unterstellung" zurück, dass die Kreispolitik bewusst Opfer in Kauf nimmt, um Geld zu sparen. Hatte dies gar nicht unterstellt, meine Frage lautete nur, wie viele Tote und Verletzte es braucht, damit an der Kreuzung etwas geschieht? Solche Fragen gefallen der Bürgerliste wohl nicht. Das sollte man sich merken.

Die UWG will das Thema Sallahner Kreuzung dankenswerterweise im Februar erörtern. Deren Herr W. gab mir aber noch auf den Weg, dass es keinen Sinn mache und der Sache nicht förderlich sei, "alle Kreistagsabgeordneten in die Mitverantwortung bei einem eventuellen Unfall zu nehmen". Als Untertan wäre ich dem Politiker für diese Belehrung natürlich dankbar, aber als Staatsbürger denke ich, dass Politiker gewählt werden, um Entscheidungen zu treffen und zu diesen zu stehen. Dabei handelt es sich wohl um einen weiteren Irrtum.

Von den anderen Parteien und Listen (CDU, SPD) kam keine Antwort. Selbst die SOLI und deren Erklärbär H. schwiegen. Eigenartig, wo der den Bürgern doch sonst ungefragt in epischer Breite immer die "richtige" Sicht der Dinge erklärt. Es bleibt der Eindruck, dass der Bürger schon kurz nach den Kommunalwahlen nicht mehr ernstgenommen wird. Woher die Politikverdrossenheit so vieler Menschen wohl kommt?

Aber, liebe Politiker, mit Schweigen ist das Thema nicht vom Tisch, denn der nächste schwere Unfall an der Sallahner Kreisstraßenkreuzung kommt bestimmt. Dann ist die Betroffenheit bestimmt groß, ob das aber den Opfern und deren Angehörigen reicht?

Johann Fritsch,

Klein Witzeetze

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