Online: 09.02.2017 - ePaper: 10.02.2017

Die Zukunft darf nur Frieden heißen

Betrifft: Rede des Thüringer AfD-Sprechers Björn Höcke

Die Rede des thüringschen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke in Dresden vor jungen AfD-Mitgliedern hat gezeigt, wo die AfD steht: in der Nähe der Alt- und Neo-Nazis. Seine millimetergenau abgefasste Rede zeigt die gleiche Technik, die schon Joseph Goebbels beherrschte: Er formulierte so, dass man notgedrungen alles auch anders hätte auslegen können. Eine teuflische Technik, solange man nicht an der Macht ist. Die AfD ist eine Partei des Rechtsradikalismus: Das Treffen der europäischen Rechtsradikalen in Koblenz hat das bewiesen. Wer die AfD trotzdem wählt, sollte sich - auch wenn es mühsam ist - einmal gründlich mit der Geschichte des Nationalsozialismus befassen. Am 27. Januar war wieder der Holocaust-Gedenktag.

Die heutige Generation trägt diese Schuld nicht. Doch der Name Auschwitz klebt an der deutschen Geschichte. Aber wir können zeigen, dass der heutige Weg Deutschlands ein völlig anderer ist, ganz im Sinne des großen Philosophen Immanuel Kant, der schrieb: "Die Menschheitsgeschichte wird sich auf eine vernunftbasierte internationale Friedensordnung hin entwickeln, die in ferner Zukunft einmal alle Menschen einschließen wird." Das ist ein Ziel, eine Aufgabe, eine Pflicht. Die Zukunft darf nur Frieden heißen. Rückgewandter Nationalismus - von der AfD gefördert - stand tausende von Jahren immer und immer wieder dem Frieden im Wege. Friede ist keine Selbstverständlichkeit. Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass Frieden eine ständige, schwierige politische Aufgabe ist. Die Zukunft darf - im Sinne Kants - nur Humanismus, Demokratie und Frieden heißen. Das ist der Sinn des Holocaust-Gedenktages.

↔Dietrich Seebohm,

↔Hitzacker

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