Online: 09.02.2017 - ePaper: 10.02.2017

Tödlich-düstere Atmosphäre

Betrifft: Artikel "EJK: Nein zu Abtreibungen" (EJZ vom 4. Februar)

Als Hebamme freue ich mich sehr über diese Nachricht, dass in der Klinik keine Abtreibungen mehr durchgeführt werden. Ich gratuliere der gynäkologischen Abteilung um Chefarzt Thomas Börner. Diese lebensbejahende Einstellung wird die Atmosphäre des Hauses positiv beeinflussen, davon bin ich überzeugt. Denn woanders hat man diese Erfahrung durchaus schon gemacht. Ich habe in mehren Krankenhäusern gearbeitet, in denen dieser lebensbeendende Eingriff vorgenommen wurde, auch mal dabei zugeschaut und diese tödlich-düstere Atmosphäre erlebt.

So manche Frauen und Männer habe ich nach Abtreibungen erlebt, die es zutiefst bereuten, weinten und den Eingriff am liebsten rückgängig gemacht hätten. Deshalb helfe ich gerne, wenn Frauen sich in der Schwangerschaft in einer schwierigen Situation befinden oder auch nach Abtreibungen. Es gibt immer Hilfe und einen Weg, der nicht dem Kind das Leben kostet und für die Eltern eine lebbare Alternative ist. Auch zu finden im Internet auf www.esgibthilfe.de oder www.hoffnung-uelzen.de.

Durch die vielen Babys, die ich erlebe, diese wundersame Faszination, die in jedem Leben steckt, das sich als Mensch entwickelt und nicht nur zum Menschen, habe ich einen Riesenrespekt vor dem Leben sowie dem Schöpfer des Lebens. Medizinisch-biologisch gesehen, geht es um einen Prozess der Person - Mensch von Anfang an und nicht nur ein Zellklumpen. Er braucht sein Leben lang die richtigen Bedingungen, Unterkunft und Nahrung, bis er als alter Mensch stirbt. Dieser kleine Mensch im Bauch braucht Schutz, denn seine Nerven wachsen extrem in der siebten und achten Schwangerschaftswoche, sodass er extrem viel empfinden kann und mit höchstwahrscheinlicher Sicherheit in vielen Fällen etwas von der Abtreibung mitbekommt.

Es gibt übrigens auch wunderbare Menschen, die durch Vergewaltigung entstanden sind, bei denen die Abtreibung nicht geklappt hat. Ein Beispiel: Rebecca Kiessling, Anwältin, vier Kinder. Super finde ich, dass es Tendenzen in unserer Gesellschaft gibt, umzukehren. Denn es wird immer mehr Menschen bewusst, dass einer der bahnbrechenden Abtreibungsmotive ein rassistischer war, nämlich kleine Menschen nicht am Leben zu lassen, die nicht passten, weil sie unerwünschte Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität oder Behinderung besaßen. Das kann man an vielen Stellen geschichtlich recherchieren. Zum Beispiel eine amerikanische Frauenrechtlerin Sanger ist bekannt für rassistische, selektive Motive.

Allen Lesern wünsche ich Mut, unsere Gesellschaft lebens- und kinderfreundlich zu gestalten und Freude am Leben zu verbreiten.

↔Esther Tepper,

Hebamme, Krankenschwester ↔und fünffache Mutter, Uelzen

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