Online: 10.02.2017 - ePaper: 11.02.2017

Recht des Kindes ist zu achten

Betrifft: Artikel "EJK: Nein zu Abtreibung"

Ich bin froh, dass Dr. Börner von der Capio-Klinik es gewagt hat, so klar Stellung zum Thema Abtreibung zu beziehen und zu handeln. Dies in einer Gesellschaft, die Toleranz fordert, aber nicht tolerant ist. Die Pille und die Pille-Danach waren, denke ich, nur Beispiele, die der Chefarzt anführen wollte, um deutlich zu machen, wie einfach Verhütung ist. Natürlich sind Kondome und andere Verhütungsmittel auch plausibel. Die Frau wird meines Erachtens durch die Entscheidung des Chefarztes nicht entrechtet oder minderbewertet. Es gibt für Männer das Kondom und für Frauen eine Vielzahl von Verhütungsmethoden, die weniger Gefahren bergen als eine Abtreibung. Die psychischen und körperlichen Folgen einer Abtreibung muss die Frau alleine durchstehen, oft genug muss sie den Gang zur Abtreibung auch noch alleine ertragen. Ist dies nicht ebenso eine Minderbewertung für die Frau? Wenn das so ist, wäre es nicht viel sinnvoller, der Frau mehr Rechte zu geben, indem man den Vater per Gesetz stärker mit zur Verantwortung zieht, dass man Familien mehr fördert und schützt und dass man die Frau vorher über ihre Selbstbestimmung aufklärt? Verhütungsmittel ja und welche, oder nicht?

Ich denke, dass die Autonomie der Frau zu respektieren ist und dass die Emanzipation ein großer gesellschaftlicher Fortschritt ist. Die Autonomie der Frau ist aber nur so lange gewahrt, wie sie alleine ist. Sobald sie schwanger ist, hat sie Verantwortung für ein weiteres Menschenleben. Das bereits in der Entwicklung befindliche Menschenleben muss auch geschützt werden. Das Recht des Kindes ist zu achten. Ein acht Wochen altes Kind im Mutterleib ist nicht überlebensfähig, aber ebenso ein acht Wochen altes Neugeborenes nicht. Trotzdem entziehen wir diesem Säugling nicht die Rechte. Statt dem ungeborenen Kind das Recht auf Leben zu entziehen, sollte man Müttern mehr Rechte geben und die Väter stärker in Verantwortung nehmen.

↔Josef Olszewski, Nahrendorf

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