Online: 10.02.2017 - ePaper: 11.02.2017

Abtreibung nicht die einzig wahre Lösung

Betrifft: Artikel "EJK: Nein zu Abtreibung" (EJZ vom 4. Februar)

Es gibt sie noch: Menschen, die die Dinge beim Namen nennen und entgegen dem Zeitgeist sich auf Glauben und Gewissen berufen, Gott sei Dank (auch wenn die Kirchen - bis jetzt? - schweigen). Hildesheim, Salzgitter, Schwerin oder Kaiserslautern, das ist jeweils die Größenordnung ungefähr, die jährlich in Deutschland abgetrieben wird. Wären sie da, wir könnten Themen wie Alterspyramide, Facharbeitermangel und manch andere Probleme vergessen. Gut, man kann eine Frau nicht zwingen, ihr Kind großzuziehen. Es muss aber als Alternative auch andere Möglichkeiten geben und nicht die Abtreibung die einzig denkbare Lösung sein. Zugegeben, das kostet Geld, aber es wäre wahrhaftig gut angelegtes Geld. Man hätte Unrecht vermieden, oder möchte jemand eine Abtreibung als gut bezeichnen? Fetales Gewebe ist ein entstehendes Kind, der einzige Faktor ist die Zeit. Wo ist der Unterschied, ob es früher oder später am Weiterleben gehindert wird? Ist es wegen der Zeit weniger wert als ein Kindergartenkind?

Ich kann mich noch gut entsinnen, als im "Stern" eine ganze Reihe bekannter Persönlichkeiten sich dazu bekannten, abgetrieben zu haben. Frauen sollen auch meiner Meinung nach selbstbestimmt leben und handeln, aber nicht erst dann, sondern schon vorher. Es soll schon vorgekommen sein, dass Krankenzimmer mit Frauen mit Abtreibungen und solchen, die ihr Kind verloren haben, belegt waren. Auf der einen Seite unternehmen Paare alles Menschenmögliche, um ein Kind zu bekommen, scheuen weder enorme Kosten, noch seelische Belastungen - auf der anderen Seite soll das entstehende Leben nichts wert sein? Das soll mir mal einer erklären. Das war aber auch die Zeit, als Wehrpflichtige sich auf ihr Gewissen berufen konnten und den Griff zur Waffe ablehnten. Keiner kann zum Töten gezwungen werden. Ein Arzt, der per Eid dem Lebenserhalt verpflichtet ist, könnte damit als Atheist zum gleichen Schluss kommen. Wenn eine Klinik sich so konsequent dem Leben verpflichtet, was kann besser sein für einen Patienten, wenn er weiß, der Mensch hat hier seinen Wert, ob im Mutterleib, als Kind, als Erwachsener oder alter Mensch. Keine Sorge, keine Frau muss zurück in die Hinterhöfe zu Stricknadeln. Nicht jede Klinik hat alle Sparten, schon heute fahren Menschen mit bestimmten Beschwerden wer weiß wohin in Spezialkliniken. Das Lamentieren kann man sich sparen. Aber vielleicht überlegen die Verfechter doch mal, ob es wirklich richtig ist. Jeder hat ein Recht auf sein (einziges) Leben. Wäre so eine Veränderung des Denkens nicht möglich zu einer Zeit, in der man das Kükenschreddern (zu Recht) anprangert?

↔Eva Schubring, Lüchow

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