Online: 10.02.2017 - ePaper: 11.02.2017

Einmalige Chance für Bahn

Betrifft: Artikel "1090 Unterschriften für Bahnhof" (EJZ vom 4. Februar)

Natürlich kann man den Protest der Anlieger gegen die geplante Schließung von Leitstade verstehen. Jedoch gibt es dazu keine Alternative: Damit die Bahn alle zwei Stunden fahren kann, ist eine Fahrzeit von 51 Minuten erforderlich. Dazu ist eine Beschleunigung auf 80 km/h und die Schließung von drei Haltepunkten notwendig. In Leitstade steigen laut Zählung nur zehn und am Wochenende 15 Menschen in die Bahn ein- oder aus. Wahrscheinlich sind es auch ein paar mehr. Wenn von den 1090 Unterzeichnern nur jeder Fünfte täglich fahren würde, gäbe es keine Schließungsdebatte. Somit zählt Leitstade zu den Haltepunkten mit den geringsten Fahrgästen und dem geringsten Potenzial. Leitstade ist nur aus Richtung Norden erreichbar. Außer den drei Anwohnern muss jeder Fahrgast mindestens 2,3 km aus Wietzetze und noch weiter aus den umliegenden Dörfern anreisen. Also reisen alle Menschen per Rad oder Auto an. Deswegen ist eine 5,5 km weitere Anreise zum Bahnhof Göhrde durchaus vertretbar.

Wenn Leitstade tatsächlich geschlossen wird, werden die fünf bis sechs täglichen Busse zwischen Hitzacker und Neu Darchau zusätzlich den Bahnhof Göhrde als Rufbushaltestelle anfahren, sodass die Anbindung auch ohne Auto gewährleistet ist. Der vorgeschlagene Teil-Ausbau auf 100 km/h würde die Schließung sämtlicher Bahnübergänge bedeuten, sodass die Landwirte nicht mehr auf ihre Felder könnten. Die verbleibenden Übergänge müssten mit Schranken technisch gesichert werden. Die Zusatzkosten pro Übergang mindestens 500000 Euro für 15 Fahrgäste?

Nur mit dem Bahnausbau wird sich die Fahrzeit um 15 Minuten verkürzen, und der tägliche Zwei-Stunden-Takt ist von 5 bis 22 Uhr möglich. Der von der Landesverkehrsgesellschaft (LNVG) zugesagte Ausbau für 11,5 Mio. Euro für unsere kleine Bahn ist eine einmalige Chance für unseren Landkreis. Niemand weiß, ob nach den nächsten Landtagswahlen im kommenden Jahr die Ausbaugelder zur Verfügung stehen werden.

Ohne diesen Ausbau hat die Bahn auf Dauer keine Zukunft. Es wäre verantwortungslos, wegen eines wenig genutzten Haltepunktes den gesamten Ausbau aufs Spiel zu setzen. Für die Entwicklung im Bereich Dannenberg ist dies eine einmalige Chance. Die Arbeitnehmer, die in Hamburg arbeiten oder in Zukunft diese Möglichkeit wahrnehmen wollen, können mit dem Zug nach Hamburg fahren.

↔Bernard Fathmann,

↔Penkefitz

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