Online: 10.02.2017 - ePaper: 11.02.2017

Kette von Helfern

Betrifft: Helfen oder wegschauen

Kürzlich hatte ich eine Erfahrung, die mich echt sprachlos macht. Einem älteren Herren ging es in der Innenstadt von Lüchow sehr, sehr schlecht, und schnell war klar, dass er dringend ärztliche Hilfe benötigte. Da ich mein Auto genau davor parkte, lief ich schnell, um zu helfen. Einzelheiten möchte ich zum Schutz dieser Person nicht benennen, und das tut auch gar nichts zur Sache. Ich war aber überrascht, wie schnell alle Ersthelfer Hand in Hand alles dafür getan haben, um diesem Herren, den Möglichkeiten entsprechend, zu helfen. Solch eine Kette von Helfenden wie heute wünscht sich wohl jeder in Not Gekommene. Nach nur wenigen Minuten traf der Notarzt ein und konnte den Herren professionell versorgen.

Ich schreibe das jetzt nicht, weil ich Lob oder Aufmerksamkeit brauche, denn dieses will wohl überhaupt niemand der Ersthelfer. Ich schreibe es, weil man sich in solch einer Situation, wo man fremden Menschen in einer bedrohlichen gesundheitlichen Situation hilft, auch noch als Gaffer und weiteres beschimpfen lassen muss. Meine Mutter, die mit mir unterwegs war, ist extra etwas abseits gegangen, weil sie nicht im Weg stehen wollte, aber leider musste sie auf mich warten und hat diese Beschimpfungen hautnah miterlebt. Gott sei Dank waren wir mit Helfen beschäftigt, sodass es von uns gar keiner mitbekommen hatte. In einer Zeit des Wegschauens sollten doch alle und auch die Bewohner und Gäste Lüchowa zufrieden sein, dass es Menschen gibt, die sofort anpacken und helfen. Ich hoffe, der Herr ist wohlauf, und ich wünsche ihm gute Besserung, den mit beteiligten Helfern ein dickes Danke.↔Carola Jozwiak,

↔Salderatzen

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