Online: 14.02.2017 - ePaper: 15.02.2017

Unendliche Gier

Betrifft: Artikel "Mehr als ein Maststall" (EJZ vom 7. Februar)

Wenn ich mit einem einmotorigen Flugzeug in den afrikanischen Busch fliege, wird jeder Flugpassagier nach seinem Gewicht gefragt. Denn es droht Gefahr, durch die vielen übergewichtigen Reisenden, einen Absturz der Maschine herbeizuführen. Das ist leider kein Witz. Der ungezügelte Fleischkonsum von Menschen westlicher Hemisphäre hat Auswirkungen auf deren Beförderung in Afrika. Und nun ist der EJZ zu entnehmen, dass ein erneuter Maststall für 1400 Schweine in Planung ist. Auf Seite 3 der selbigen Ausgabe lese ich: Schnitzel aus dem Schweineschinken 4,44 Euro pro Kilogramm. Es sind im vorigen Jahr rund 56 Millionen Schweine in Deutschland geschlachtet worden - bitte, man stelle sich diese ungeheure Zahl vor, die für mich auch für Grausamkeit und Qual eines jeden Tieres steht. Darüber hinaus reflektiert sie auch den maßlosen und von unendlicher Gier gezeichneten Charakter unseres Systems. Mein Dank gilt den Entscheidungsträgern im Kreishaus, denen die zu erwartenden erhöhten Nitratwerte im Grundwasser gleichgültig sind. Und was denken die Plater, wenn sie sommers mit ordentlich viel Fleisch und in Ammoniak getränkter Luft ihre Grillpartys feiern? Hauptsache es schmeckt - mir aber schon lange nicht mehr. Denn ich habe es wirklich satt, Mitglied einer Gesellschaft sein zu müssen, die nur auf dem Prinzip der Ausbeutung von Natur und Mensch beruht.

↔Dr. Ulrike von Guretzky, Laase

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