Online: 17.02.2017 - ePaper: 18.02.2017

Keine christliche Haltung

Betrifft: "Nein zur Abtreibung" (EJZ vom 4. Februar)

Ein Arzt fühlt sich einer Moral verpflichtet, welche ihm bestimmte ärztliche Hilfeleistungen verbiete. Da fragt man sich schon nach der Schlüssigkeit seiner Berufswahl: herrschen oder dienen? Jahrelang arbeitet er in der gynäkologischen Abteilung der Klinik mit, wo seine Kolleginnen und Kollegen auch die "verbotenen" Leistungen ausführen. Das kann sein Gewissen anscheinend aushalten. Als er jedoch in derselben Abteilung Chef wird, geht dies offenkundig nicht mehr. In seiner übergeordneten Position verweigert ihm nun sein Gewissen die Fortsetzung seiner bisherigen Haltung. Nun macht er seine Moral zum Maßstab für andere und stellt sich über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Abteilung, vor allem aber: über hilfesuchende Frauen. Was ist daran "christlich"? Nichts. Es gleicht in keinem Punkt der Verkündigung und dem Handeln des Jesus von Nazareth, wohl aber dem seiner Gegner auf dem Weg menschenfeindlicher Selbstgerechtigkeit.

↔Dr. (theol.) Hartwig Drude, ↔Dannenberg

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