Online: 17.02.2017

Überdüngung eingestanden

Betrifft: Die neuen Bauernregeln (EJZ vom 9. Februar)

Endlich mal was Positives aus der Politik und humorvoll noch dazu. Wann gibt es das schon mal? Die Plakataktion "neue Bauernregeln" des Umweltministeriums kann dank der wutschnaubenden Bauernverbandfunktionäre ein voller Erfolg werden, da sie sich wohl erst dadurch größerer Aufmerksamkeit erfreuen dürfte, wie Herr Boick von der EJZ sinngemäß feststellt. Typischer Fall vom Schuss, der nach hinten losgeht.

Nun sollten besagte Herren bedenken, dass sie diejenigen sind, die in der Vergangenheit Landwirte in den Ruin getrieben haben. Fakt ist, dass sie vornehmlich nicht die Interessen bäuerlicher Familienbetriebe, sondern die der sogenannten Landwirtschaftsindustrie vertreten. Wenn diese Herren gar den Rücktritt der zuständigen Ministerin fordern, dann sollten sie wenigtens mit gutem Beispiel vorangehen.

Dank ihrer Propaganda "Wachsen oder weichen" haben viele Landwirte, um aufzustocken, Kredite aufgenommen, die sie dann nicht bedienen konnten, weil die Gleichung doppelte Menge = doppelter Gewinn beispielsweise beim Milchpreis nicht aufging. Zum Überangebot und dadurch bedingtem Preisverfall haben sicher auch die Sanktionen gegen Russland beigetragen, die mehr den eigenen Milcherzeugern schadeten, als dass sie Russland - sprich Putin - beeindruckten. Für die Rettung der Betriebe durch Subventionen kommt ja der Steuerzahler und nicht die Herrren Funktionäre bzw. Politiker auf.

Doch zurück zu den neuen Bauernregeln, Stichwort Dünger. "Die Stickstoffüberdüngung in der Landwirtschaft ist deutlich zurückgegangen", Zitat J. Heuer vom Bauernverband. Also gab und gibt es sie weiterhin, denn zurückgehen kann meines Erachtens nur etwas, was auch war und ist. Mit dieser Äußerung ist die Überdüngung eingestanden. Wenn dann noch, wie im Fernsehen geschehen, ein Landwirt ernstlich die (für ihn) Unsinnigkeit des Textes vom zu kleinen Schweinestall damit erklärt, dass ein Schwein ja gar nicht auf einem Bein stehen könne, zeugt das von einer Geistesarmut und Humorlosigkeit, die geradezu bedauernswert ist. Aber bei Humor hört für viele der Spaß auf. Fazit: Wem die Jacke passt, der zieht sie sich auch an.

↔Willi Grande,

↔Prisser


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