Online: 03.03.2017 - ePaper: 04.03.2017

Kita-Gebühren eine Strafe

Betrifft: Artikel "Landkreis erhöht Kitagebühren teils deutlich (EJZ vom 13. Februar)

Mein Mann und ich und unzählige andere Eltern in unserem Freundeskreis sind empört und zutiefst erschrocken über diese arg starken Erhöhungen der Kitagebühren, zu denen sich der Landkreis nun wieder entschlossen hat. Wir reden hier nämlich nicht von fünf bis zehn Euro mehr im Monat pro Kind, um 25 Prozent der Betriebskosten mitzudecken, sondern häufig von Beiträgen um die 100 Euro pro Monat. Also gut 1000 Euro im Jahr, die vielen Familien nun fehlen. Erholungsurlaube für die Familien werden gestrichen. In die neue Klasse mit Brutto 60001 Euro aufwärts rutscht man auch bei Anrechnung des Kindergeldes, und wenn einer Voll- und einer Teilzeit arbeitet, ohne dabei stinkreich zu sein. Sollte es nicht für den Landkreis sinnvoller sein, diese Region für Familien attraktiver zu gestalten, anstatt immer mehr Geld von diesen zu fordern? Karriere und Weiterbildungsmaßnahmen kann man sich gar nicht mehr leisten und bringen einen hier eh nicht weiter, wenn der hart erkämpfte Mehrverdienst im Job die Strafe ist, dieses an den Landkreis zur Finanzierung der Kitas abzudrücken. Fachkräftemangel als weitere Folge. So hat unser Landkreis definitiv langfristig keine Zukunft.

Vielleicht sollte sich der Landkreis mithilfe des Jugendhilfeausschusses doch nochmal andere Möglichkeiten überlegen, den finanziellen Mangel in diesem Bereich durch andere Wege auszugleichen, anstatt die Eltern dafür zu bestrafen, ohne die es unsere wundervollen Kinder und unsere Zukunft gar nicht gäbe. Und zudem sollte der Wunsch, seinen Job vor Einschulung der Kinder wieder aufzunehmen, in der heutigen Zeit eigentlich nichts Neumodisches mehr sein und muss sich trotzdem rechnen und bewähren und allen zur Erhaltung des Jobs und des Rechts nach Selbstentfaltung ermöglicht werden.

Judith Schulte, Lübbow

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