Online: 03.03.2017 - ePaper: 04.03.2017

Keinerlei Schuldbewusstsein

Betrifft: Interview mit Wilhelm von Gottberg in der EJZ vom 28. Februar 2017

Man muss der EJZ doch dankbar sein, dass sie mit der häufigen Berichterstattung über unseren Südkreis-Schildbürger versucht, Wilhelm von Gottberg als das zu entzaubern, was er nun einmal inzwischen ist: ein nicht mehr ernst zu nehmender Selbstdarsteller. In dem Interview äußert Wilhelm von Gottberg Unzusammenhängendes über die Geschichte Deutschlands und der Welt und schwingt sich auf zum Richter über deutsche Politiker, die sich um den Frieden in Europa und um die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 45 Jahre nach dem Krieg verdient gemacht haben. Das steigert er mit unnachahmlicher Chuzpe zu seinem vermeintlichen Recht, über das Thema "Schuld" befinden zu können.

Nun hat Wilhelm von Gottberg in der Südkreisposse um die Gewerberäume im Dörfergemeinschaftshaus gezeigt, dass er über keinerlei Schuldbewusstsein verfügt. Er beleidigt damit, dass er den "Kult um die Schuld" anprangert, das ethische Empfinden der Menschen, die von Gott mit einem Gewissen ausgestattet wurden. Jeder, der sich über die letzten Jahrzehnte ein wenig mit der Parteipolitik in Deutschland beschäftigt hat, weiß, dass Leute wie Wilhelm von Gottberg und die übrigen Spitzen der populistischen AfD in der seriösen Parteienlandschaft keine Chancen auf hohe Parteiämter hätten, außer vielleicht in der FDP zu bestimmten Zeiten. Winkelpolitiker wie Wilhelm von Gottberg gehören nicht in den Bundestag, sondern dahin, woher sie ihren Stallgeruch haben: in die Hinterzimmer der Kneipen, in denen sich die Unzufriedenen und Ewiggestrigen treffen und über den Verlust der "guten" alten Zeiten jammern.

Jörg Ehreke, Lütenthien

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