Online: 03.03.2017 - ePaper: 04.03.2017

Gartow plötzlich "schuldengeplagt"

Betrifft: "Bis zu 100000 Euro für die Fähre" (EJZ vom 24. Februar)

Es ist hilfreich und zugleich aufschlussreich, wenn Leser ab und zu über die aktuelle Finanzsituation ihrer Samtgemeinde informiert werden. Man kommt aus dem Staunen und Verwundem nicht heraus, dass wir plötzlich "schuldengeplagt" und "immer tiefer in die Miesen geraten" seien. Dies wird berichtet, als sei diese Not nicht hausgemacht, sondern quasi schicksalhaft über uns hereingebrochen.

Anstatt das Schwimmbecken im Außenbereich zu erweitern, was allen zugute gekommen wäre, wurde die Sauna ausgebaut, die nur wenige nutzen und die sich deshalb auch nicht rentiert. Dass sie jetzt mit einem Blockheizkraftwerk nachgerüstet werden muss, scheint den Befürwortern dieser "Geldvernichtungsanlage" nicht gedämmert zu haben. Und weil wir gerade so schön beim Geldausgeben sind, muss jetzt auch noch ein größerer Ruhebereich her. Zusätzliches Geld für die Feuerwehr, die uns Sicherheit gewährt, ist fraglos sinnvoll. Wofür wir aber bis zu 100000 Euro für die Elbfähre in Schnackenburg ausgeben müssen, wo doch nur wenige Kilometer entfernt eine weitere Elbquerung mit der Fähre vorhanden ist, bedarf der Erklärung. Und das insbesondere, wo doch der Besitzer demnächst den Betrieb einstellen will, da sich kein Nachfolger findet. Angesichts solch immenser Geldausgaben kann es kaum verwundern, wenn für die Gartower Grundschule zur Modernisierung nur 18000 Euro zur Verfügung stehen. Dabei geht es ja auch nur um die Bildung unserer Kinder.

Es ist schon Ironie, dass wir uns mit allen Kräften gegen ein Atomzwischenlager sträuben, zugleich aber besorgt sind, dass die "Gorlebengelder" auslaufen könnten. Wenn dann auch noch ein Mitglied des hiesigen Gemeinderats erklärt, für die genannten Missstände nicht verantwortlich zu sein, dann frage ich mich, wozu wir diese Verantwortlichen eigentlich gewählt haben? Bis jetzt war ich der Meinung, dass die Ratsmitglieder letztlich doch dazu gewählt werden, um über die Einnahmen und Ausgaben einer Gemeinde zu wachen. Ich bin nur gespannt, wann die Kommunalsteuem wieder erhöht werden, um aus den roten Zahlen heraus zu kommen - armes Gartow.

Christoph von Truchseß, Gartow

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