Online: 10.03.2017 - ePaper: 11.03.2017

Weltoffen bleiben

Betrifft: Moschee in Lüchow, Multi-Kulti-Öko-Dorf in Hitzacker

Als wir vor einigen Jahren endlich von der Großstadt ins Wendland ziehen konnten, freuten wir uns auf das, was wir vom Urlaub und aus den Medien kannten: eine wunderschöne Landschaft, in der es noch Raum für Ruhe und Vielfalt von Flora und Fauna zu entdecken gibt - und vor allem auch Bürger, für die Debatten und Aktionen zum Alltag gehören, die also für eine lebendige politische Kultur und eine Vielzahl von Lebensstilen stehen. Umso unangenehmer überrascht waren wir, als wir nun davon lesen mussten, dass Dr. Mouhandes wegen der Planung einer Moschee in Lüchow bereits Beschimpfungen im Internet ausgesetzt war und dass die Aktivisten des geplanten Multi-Kulti-Öko-Dorfes in Hitzacker mit Abwehr und Ängsten der künftigen Nachbarn zu tun haben.

Statt sich - in beiden Fällen - über so viel Bürgersinn und Eigeninitiative zu freuen, gibt es erst einmal Bedenken und Befürchtungen. Was das Moschee-Projekt angeht, hoffen wir, dass Dr. Mouhandes genug Durchhaltevermögen, Kraft und Unterstützer findet, um für sich und seine Gemeinde endlich einen würdigen Moschee-Raum zu verwirklichen. Und was das Dorf-Projekt angeht: Ja, warum sind denn die künftigen Dorf-Nachbarn nicht einfach mal ins Kuba gegangen und haben geguckt, wen man da wann zu was fragen könnte? Oder haben selber mal zu einer Info-Veranstaltung zu ihren Fragen und möglichen Einwänden angeregt? Schließlich waren die Kuba-Pläne doch schon seit einiger Zeit in unterschiedlichen Medien präsent.

Mit der Hoffnung, dass das Wendland auch beim Umgang mit diesen "Problemen"so weltoffen und engagiert bleibt, wie wir es zum größten Teil unseres bisherigen Hierseins erlebt haben:

Ulrike Burgdorf und”Ulrich Schulz-Burgdorf, Hitzacker

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