Online: 14.03.2017 - ePaper: 15.03.2017

Irrfahrt im blutverschmiertem Nachthemd

Betrifft: Mit Altersdemenz ins Krankenhaus

An einem Donnerstagabend ging es meiner 81-jährigen, pflegebedürftigen und an Demenz erkrankten Mutter so schlecht, dass ich sie ins Krankenhaus einweisen lassen musste. Da wir mit der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik (Demenz sensibles Krankenhaus) bislang gute Erfahrungen gemacht haben, und meine Mutter es auch wollte, ließ ich sie nach Dannenberg bringen. Dort wurden noch am späten Abend mehrere Untersuchungen gemacht, die Ergebnisse sollte ich am nächsten Tag erfahren. Leider war drei Tage lang kein Arzt für mich zu sprechen, erst am Montag habe ich Näheres erfahren. Es sollte noch ein MRT gemacht werden, zu meiner Überraschung, als ich das Zimmer betrat, saß meine Mutter auf dem Bett mit einem Fragebogen, der für die Untersuchung notwendig war. Durch ihre Demenz war es ihr nicht möglich, die Fragen zu beantworten. Nach weiteren zwei Tagen kam ich am Mittwoch um etwa 10.30 Uhr ins Krankenhaus, und es wurde mir gesagt, dass sie letzte Nacht gefallen war und sich dabei im Gesicht eine Platzwunde zugezogen hat. Als ich dann ihr Zimmer betrat und meine Mutter auf dem Bett sitzend vorfand, war ich etwas verwirrt, denn vor ihr stand eine Waschschüssel mit Lappen, auf den Beinen lag ein Handtuch und auf dem Bett lag auch ein neues Nachthemd. Das Nachthemd, das sie bei ihrem Sturz an hatte, war auch mit Blut verschmiert. Als sie noch zu Hause war, kam jeden Morgen der Pflegedienst und hat alles erledigt, weil sie einen Pflegegrad 4 hat. Es wurde mit der Klinikstation gesprochen, dass wir für meine Mutter einen Pflegeplatz in Zernien haben und dass man sie nach dem Klinikaufenthalt dorthin fahren sollte. Es wurde mit dem zuständigen Arzt abgesprochen, dass sie am Mittwoch nachmittags entlassen wird , worauf ich mit den Stationsschwestern gesprochen habe, ob meine Mutter für den Transport entsprechend angezogen und die Tasche gepackt wird , oder ob ich ins Krankenhaus kommen soll, worauf man sagte, es sei kein Problem, das werde dort gemacht.

Um 16.30 Uhr kam die Info, dass meine Mutter in den nächsten zehn Minuten ins Pflegeheim verlegt werde. Deshalb machte ich mich auf den Weg nach Zernien. Dort bekam ich gegen 18.15 Uhr einen Anruf, dass meine Mutter im Pflegeheim in Gartow sei. Dies sei so im Krankenhaus in Auftrag gegeben worden, hieß es später.

Also wurde sie wieder mit dem Krankentransport von Gartow nach Zernien gebracht. Nach dem aufregenden Transport kam sie dann endlich gegen 19.30 Uhr in Zernien an. Bei minus drei Grad hatte sie immer noch ihr blutverschmiertes Nachthemd vom Vormittag an. Man hielt es auch nicht für nötig, ihr bei diesen Temperaturen eine Jacke anzuziehen. Auf Nachfrage im Krankenhaus bekam ich die Info, dass meine Mutter es verweigert habe, sich mit Hilfe der Schwestern anziehen zu lassen. Daraufhin hätte ich erwartet, aus der Klinik einen Anruf zu bekommen, damit ich mich dann persönlich darum kümmern kann. Denn es ist schon bedenklich, jemand so auf den Krankentransport zu schicken. Trotz mehrerer Entschuldigungen vonseiten der Klinik und einer großen Blume war für meine Mutter und für mich als Angehörige dieser Krankenhausaufenthalt sehr enttäuschend.

↔Marion Behn,

↔Wustrow

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