Online: 14.03.2017 - ePaper: 15.03.2017

Kampf gegen Verbraucher

Betrifft: Artikel "Bäuerlicher Rundumschlag" (EJZ vom 3. März)

Das ehrenamtliche Engagement im Landvolk möchte ich nicht verurteilen. Aber der Bericht von der Kreisversammlung des Bauernverbandes (DBV) in der EJZ spricht für sich - nicht für den Deutschen Bauernverband (DBV). Wenn Kreislandwirt Adolf Tebel dort alle Landwirte, die nicht Mitglied im DBV sind, als Trittbrettfahrer bezeichnet, sollte er diese Unterstellung zurücknehmen. Ich bin seit etwa 1990 kein Mitglied mehr im DBV. So unterstellt er mir als Trittbrettfahrer, dass ich in dieselbe Richtung fahren möchte wie der DBV. Das weise ich aufs schärfste zurück. Der DBV führt seit Jahren einen Kampf gegen immer besser informierte Verbraucher. Er nimmt nicht zur Kenntnis, dass die Mehrheit der Gesellschaft die konventionelle Landwirtschaft ablehnt (laut wissenschaftlichem Beirat der Bundesregierung 3.2015). Der DBV kennt nur Konfrontation und Protest gegen Umwelt- und Tierschutzforderungen aus der Bevölkerung - wie Wölfe, die gegen die Hörner der Schafe protestieren. Es herrscht Rechtfertigungsnotstand im DBV. Die Schönrederei mit "moderner Landwirtschaft" gelingt nicht. Das Volk nennt es Massentierhaltung. Annäherung an Verbraucherforderungen? Fehlanzeige. Dialog mit Tier- und Umweltschützern? Fehlanzeige. Agrarpolitische Erfolge des DBV? Nur aus alten Zeiten. Alternativen einer realen, nationalen Interessenvertretung für Landwirte? Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist weder mit rechter Parteipolitik verbandelt, noch Sprachrohr von Wirtschaft und Industrie. Keine Massenproduktion für den Weltmarkt, sondern gesunde Ernährung der Bevölkerung mit Rücksicht auf Umwelt- und Tierschutz - und das alles gemeinsam mit den Verbrauchern.

↔Wilhelm Struck, Gusborn

^ Seitenanfang