Online: 17.03.2017 - ePaper: 18.03.2017

Kuschen vor einem Despoten?

Betrifft: Erdogans Nazi-Vergleich

Ich frage mich, wie lange wir uns noch von einem Erdogan für seine despotischen Ziele ausnutzen lassen wollen? Von einem Mann, der die Menschenrechte mit Füßen tritt, der sein eigenes Volk drangsaliert, der zig tausende Menschen grundlos inhaftiert. Menschen, die nichts anderes getan haben, als anderer Meinung zu sein als er selbst; die ihren Kopf für das benutzen, wofür sie ihn haben - zum Denken und Nachdenken. Menschen, die ihre Meinung frei äußern, auch wenn sie dem entgegen steht, was Herr Erdogan hören will. In allen sieht er versteckte Terroristen, Vaterlandsverräter, Volksverhetzer und - man höre und staune: Nazis.

Und wir ducken uns weg - und warum? Es scheint die Angst zu sein, der Flüchtlingsdeal könnte platzen. Kuschen wir deswegen vor einem Despoten? Wollen wir wirklich diesen Mann oder einen seiner Getreuen in unserem Land haben, ihnen eine Plattform bieten, um die Deutsch-Türken hier mit ihren Parolen volltexten zu lassen?

Wollen wir einen Herrn Erdogan hier haben, der deutschen Politikern die Einreise verweigert, um deutsche Soldaten zu besuchen; der sich seine angeblichen Guttaten bezüglich der Flüchtlinge teuer bezahlen lässt? Der sich von der EU Demokratisierungsmaßnahmen finanzieren lässt und die Demokratie nach Kräften abschaffen will. Der nichts unversucht lässt, auch hier bei uns auf freie Meinungsäußerung in den unterschiedlichsten Bereichen Einfluss zu nehmen und uns beschimpft, wenn er damit keinen oder doch nur kaum Erfolg hat.

Ein Sprichwort sagt: "Wenn die Klügeren immer nachgeben, wird die Welt von Dummen regiert". Es ist fünf vor zwölf. Herr Erdogan wirft uns vor, dass der Nationalsozialismus in Deutschland weitergeht. Das ist wirklich der Gipfel einer unerträglichen Unverschämtheit und Dummheit. Auch ein Erdogan - mir bleibt das "Herr" im Halse stecken - muss endlich merken, dass er nicht machen kann, was er will. Es reicht!

↔Monika Lauenburg,

↔Göhr

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