Online: 17.03.2017 - ePaper: 18.03.2017

Glaube allzu oft eine Quelle des Hasses

Betrifft: Bau einer Moschee in Lüchow

Was einige Menschen zur Moschee in Lüchow äußern, zeigt, dass sie unser Grundgesetz nicht verstehen. Das darin garantierte Recht auf Religionsfreiheit ist eindeutig: Freiheit der, aber auch Freiheit von Religion. Letzteres erscheint allerdings besser, denn der Glaube ist allzu oft Quelle des Hasses.

So ist der Islam eine alle Lebensbereiche dominierende, in Teilen von Gewalt und Unterdrückung geprägte, absolutistische Weltanschauung. Wir Mitteleuropäer dürfen aber nicht überheblich sein, denn auch unser hochgelobtes christliches Erbe umfasst unglaubliche Verbrechen. Für den Glauben wurde Krieg geführt, gemordet, gefoltert und unglaublicher Reichtum zusammengerafft. Die Kirchen hielten ganze Kontinente in Angst und dumm, erst die Aufklärung lehrte die Menschen, sich ihres Verstandes zu bedienen. Selbst der Nährboden für den Holocaust wurde im Namen des Herrn bereitet und deshalb ist die Frage berechtigt, ob die fremdenfeindlichen Schwachköpfe, die sich derzeit auf das christliche Abendland berufen, wirklich so falsch liegen.

Mutige widerstanden zwar den nationalsozialistischen und kommunistischen Verbrechern, aber die Kirchen insgesamt waren tief verstrickt oder passten sich an. Es geht den Geschäftsmodellen mit religiösem Hintergrund eben meist um den eigenen Vorteil.

Dass Luther gefeiert wird, zeigt, wie es wirklich steht. Kirchenfunktionäre verurteilen Intoleranz und Rassismus, gerne vor dessen Bild, als ob dieser geistliche Brandstifter mit seinen Hasstiraden gegen Juden und der entmenschlichenden Einstufung Behinderter ihnen dazu Autorität verleihen würde. Die freie Gesellschaft braucht Aufklärung statt Religion, denn immer wenn Letztere organisiert ist, droht Gefahr.

Ihre Prediger berufen sich auf Gott sowie "heilige" Bücher und damit erübrigen sich Begründungen für ihr Tun. Dies zeigt die anhaltende Menschenverachtung im Namen des angeblich liebenden Gottes. Wo war dieser denn in Ausschwitz? Wo ist der barmherzige Allah, wenn in seinem Namen vergewaltigt, gefoltert und gebombt wird?

Prediger verkünden ihre Botschaften im Namen des Herrn, aber inhaltlich stets das, was ihnen gerade in den Kram passt. Juden, Homosexuelle und andere Gruppen werden ausgegrenzt, die Liste der Menschenverachtung ist bis heute endlos. Daran ändert auch nichts, dass sich viele Theologen und Gläubige für ihre Nächsten einsetzen.

Hoffnung geben die Kirchenaustritte. Diese zeigen, dass sich immer mehr Bürger bewusst werden, dass nicht Gott den Menschen, sondern der Mensch sich Gott geschaffen hat. Sie wollen sich einfach nicht mehr vorschreiben lassen, wie sie zu leben und zu sterben haben. Eine Entwicklung, die sich hoffentlich nicht auf Christen beschränkt, denn ohne Religion bekommen wir zumindest keine schlechtere Welt als die heutige. Sorgen vor der Hölle sind überflüssig, denn diese müsste wegen Überfüllung längst geschlossen sein: zu viele Päpste, Bischöfe und Prediger, da wäre gar kein Platz mehr für ungläubige Sünder.

↔Johann Fritsch,

↔Klein Witzeetze

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