Online: 20.03.2017 - ePaper: 21.03.2017

Streetworker statt Werkstatt

Betrifft: "Ein Mann für die Straße (EJZ vom 10. März)

Ende 2016 hat die Jugendwerkstatt Küsten nach über 25 Jahren erfolgreicher Arbeit schließen müssen, weil keiner der Kofinanzierer (Landkreis, Jugendhilfe, Arbeitsamt) bereit war, mehr Geld an die Jugendwerkstatt zu zahlen. Die Jugendlichen wurden von Zuhause abgeholt, bekamen dort Frühstück und Mittagessen, machten eine sinnvolle Arbeit und wurden von einem multiprofessionellen Team aus handwerklichen Anleitern, Sozialpädagogin und einem Lehrer betreut. Manche von ihnen konnten dort Schulabschlüsse nachholen. Vielen von ihnen wurde geholfen bei der Bewältigung persönlicher Probleme, und alle bekamen eine Tagesstruktur.

Nach der Schließung der Jugendwerkstatt (es fielen Plätze für 16 Jugendliche weg) nahmen vor allem in Lüchow der Vandalismus und die Gewalt auf der Straße unter Jugendlichen zu. Wie komisch. Keiner versteht, warum.

Dass jetzt ein Streetworker mit neun Stunden pro Woche - in der Jugendwerkstatt Küsten wurden die Jugendlichen 35 Stunden pro Woche von einem multiprofessionellen und hoch engagierten Team betreut - eingestellt wird, ist besser als nichts, aber auf jeden Fall schlechter als in der Jugendwerkstatt Küsten.

Im Moment gibt es im Landkreis noch die Jugendwerkstatt Dannenberg. Dort werden zurzeit 24 Jugendliche betreut. Es gibt dort ein ähnliches Angebot wie bis vor Kurzem in der Jugendwerkstatt Küsten. Auch diese Jugendwerkstatt hat mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Vielleicht sollten sich die kommunalen Einrichtungen überlegen, ob sie diese Jugendwerkstatt etwas mehr unterstützen wollen.Denn: Der Landkreis hat ein richtiges Problem, wenn auch diese letzte Einrichtung zur Integration von schwierigen Jugendlichen geschlossen werden sollte. Ich meine, zur Not kann man dann ja auch in Dannenberg einen Streetworker einstellen - oder zwei oder einen Sozialpädagogen.↔Jörg Planeck, Göttien

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