Online: 20.03.2017 - ePaper: 21.03.2017

Motz-Vorwurf völlig daneben

Betrifft: "Ihre EJZ heute" (EJZ vom 7. März)

War das jetzt Ironie, oder wie darf ich den Artikel von Herrn Lieske verstehen? Jedem von uns ist klar, dass die Infrastruktur, gerade in unserem Landkreis, verbessert oder meinetwegen auch in Stand gesetzt werden muss. Warum aber ein Redakteur damit beginnt, sich über Meckereien im Vorfeld zu äußern, ist mir schleierhaft. Der Artikel macht auf mich einen absolut überflüssigen Eindruck. Er ist bestenfalls dazu geeignet, sich unbeliebt zu machen. Es wurde in dem Leitartikel darauf hingewiesen, dass man die Straßenbaustellen ja auch über Rehbeck, Weitsche, Soven, Nebenstedt etc. umfahren kann.

Das bedeutet natürlich eine zusätzliche Belastung für die genannten Dörfer. Man ist allerdings schon froh, wenn sich die Verkehrsteilnehmer dann an die Straßenverkehrsregeln halten. Wenn aber ein eiliger Pendler mit rund 80 km/h durch die Dörfer rauscht, weil er wieder zu spät ist, habe ich dafür wenig Verständnis. Direkt an der Durchfahrtsstraße in Rehbeck befindet sich nämlich auch eine Bushaltestelle für die Schülerbeförderung. Da ich aber keine Lust habe, mich über alles aufzuregen und ich die Leute sowieso nicht ändern kann, möchte ich mich dazu nicht weiter äußern.

Dass aber ein Redakteur der EJZ die Dörfer auf den Umgehungsstrecken als "öde" bezeichnet, die sich doch gefälligst darüber freuen sollten, dass im Dorf endlich was los ist, halte ich mindestens für frech, eher noch für arrogant. Um in einer Ortschaft ein bunteres, gesellschaftliches Leben zu organisieren, halte ich ein künstlich erhöhtes Verkehrsaufkommen doch irgendwie nicht für die Lösung. Das kann man sicher besser organisieren. Die Menschen in diesen öden Dörfern wissen nämlich schon lange, wie schön es ist, an einer vielbefahrenen Straße zu wohnen. Es ist nämlich noch nicht so lange her, da wurde in Lüchow eine Umgehungsstraße gebaut und genau die im Text genannten Dörfer hatten dadurch ein erhöhtes Aufkommen an Lkw-Verkehr durch die Anlieferung von Baumaterial. Und im Nachhinein herrscht durch Kartoffel- und Maistransporte in der Ernte-Kampagne von jeher ein großes Schwerlastverkehrsaufkommen. Ich kann mich nicht entsinnen, dass es wegen dieser Thematik zu einer großen Meckerei von Seiten der umliegenden Dörfer gekommen ist. Uns dann Motzen im großen Stil vorzuwerfen und den Vorschlag zu machen, dass wir uns doch zu freuen haben, dass bei uns endlich mal was los ist, finde ich auf jeden Fall völlig daneben.

↔Frank Kanwischer,

↔Rehbeck

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