Online: 24.03.2017 - ePaper: 25.03.2017

Blühpflanzen geschädigt

Betrifft: Artikel "Gutachten entwarnt bei Glyphosat" (EJZ vom 16. März)

Da mögen die Gutachter sogar Recht haben, wenn sie sagen, dass es bisher keinen endgültigen Beweis für die krebserregende Wirkung von Glyphosat gibt. Aber muss nicht umgekehrt bewiesen werden, dass das Mittel unschädlich ist? Ein solcher Beweis steht ebenfalls aus, obwohl es schwerwiegende Verdachtsmomente gibt, vorgetragen von unabhängigen, international renommierten Wissenschaftlern.

Vollkommen unstrittig ist aber eine andere Auswirkung des großflächigen Einsatzes von Glyphosat: Das hochwirksame Herbizid vernichtet nicht nur unerwünschte "Unkräuter" auf den Äckern, sondern reduziert auch zahlreiche Blühpflanzen auf den ohnedies schon stark abgepflügten Ackerrandstreifen. Unmittelbare Folge ist ein dramatischer Artenrückgang in Flora und Fauna, was sich selbstverständlich auch auf die Bodenqualität auswirkt: Weniger Humus gleich weniger Kleinlebewesen und Regenwürmer, bedeuten geringere Speicherfähigkeit für Wasser sowie eine stärkere Austrocknung und Erosion. Zahlreiche Bauern wissen das und verzichten ganz bewusst auf Glyphosat. Zu viele Landwirte sehen aber nur den Augenblicksvorteil einer Arbeitserleichterung und scheinbarer Kosteneinsparung. Sie verkennen, dass die Folgekosten langfristig um ein Vielfaches höher sind. Diese werden allerdings zum größten Teil der Allgemeinheit und den nachfolgenden Generationen aufgebürdet. Das ist in der Einschätzung der interessierten Öffentlichkeit schlicht verantwortungslos und das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Die Vertreter der Bauernverbände aber wundern sich über schwindende Akzeptanz.

↔Johann E. P. Strauß

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