Online: 28.04.2017 - ePaper: 29.04.2017

Was wollte der Täter ausdrücken?

Betrifft: Artikel "Entsetzen und Sorge" (EJZ vom 25. April)

Es geht um den Kopf eines Schweines mit einem Hakenkreuz, der an die Wand des künftigen Gebetsraumes der muslimischen Gemeinde genagelt wurde. Da ist vieles zusammengekommen, eine ungeheure Dummheit, Ignoranz wie Kaltschnäuzigkeit sowie eine Unkenntnis der Geschichte. Ein Hakenkreuz auf einem Schweinekopf. Haben die Täter, aus welchem Spektrum auch immer kommend, nicht bedacht, dass ein Schweinekopf und ein Hakenkreuz zwei paar Schuhe sind? Das Hakenkreuz symbolisiert seit dem Dritten Reich schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

In der Religion des Islams und im Judentum sind bestimmte Speisegebote verankert. Und die werden eingehalten und sind ein Symbol der Glaubensüberzeugung. Bei uns sind auch alle Vegetarier, Veganer, auch ein Teil Tierschützer vereint, bestimmte Speisegebote einzuhalten. In unserem Land sind solche Überzeugungen geschützt. Jeder, der mit so einer groben, beleidigenden Frechheit eine Grundüberzeugung, welche Nahrungsmittel für ihn gut sind oder nicht, kritisieren wollte, muss sich fragen lassen, was wollte er damit ausdrücken? Der Täter wird sich nicht melden.

Nun soll es wieder die Polizei richten. Aber da in Deutschland auch ein Schweinekopf nicht ganz spurlos verschwinden kann, möge sich der melden, der etwas davon mitbekommen hat. Dass so etwas bei uns, in einem zivilisierten Land gemacht wird, hat mich einfach nur fassungslos gemacht.

↔Elisabeth Klingelhöller,

↔ Sallahn

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