Online: 28.04.2017 - ePaper: 29.04.2017

Mehr über Abfallentsorgung aufklären

Betrifft: Artikel "Der Ekel lauert am Straßenrand" (EJZ vom 22. April)

Ich bin Waldanrainerin und kann ein Lied davon singen, was Bewohner des Wendlands so alles meinen, in den Wald und auf Grundstücke in öffentlichem Besitz schmeißen zu können. Das Grundproblem ist das fehlende Bewusstsein, die Umwelt und damit die Allgemeinheit zu schädigen. Derjenige, der Schlacht-abfälle in den Wald bei Rebenstorf entsorgt, hat sich wahrscheinlich einfach keine Gedanken über die Folgen gemacht und sich vielleicht gedacht, Schlachtabfälle sind ja auch Natur und dürfen dort entsorgt werden.

Ein Umdenken der Bevölkerung zu erreichen und daraus resultierend eine Verhaltensänderung, ist Aufgabe der Politik und der Erzieher. In den Schulen müsste zum Beispiel ein Fach "Umweltkunde" eingerichtet werden, in dem auch die gesetzlichen Vorschriften zur Abfallentsorgung vermittelt werden. Bei den Erwachsenen kann eine Verhaltensänderung durch aktive Aufklärung der Gemeinde- und Kreisverwaltungen angestrebt werden. In Gesprächen habe ich erfahren, dass noch nicht einmal Akademiker Kenntnis von der Existenz des Kreislaufwirtschaftsabfallgesetzes haben, nach dem selbst Grünabfall wie Rasenschnitt oder waldfremdes Laub nicht in einen Wald entsorgt werden darf, weil ein Wald jeweils ein eigenes in sich geschlossenes Ökosystem ist.

Die Aufklärung vonseiten der Politik kann sich nicht auf das Versenden eines Infoblatts beschränken, sondern muss zusätzlich durch aufklärende Hinweisschilder an besonders gefährdeten beziehungsweise frequentierten Stellen, durch Einbeziehung von Informationen des Bundesamts für Naturschutz und durch intensive persönliche Gespräche beispielsweise auf Gemeindeversammlungen oder über die Ortsvertrauensleute bewirkt werden. Vermüllte Wälder fallen nicht nur Einheimischen auf, sondern auch Touristen, die ins Wendland gerade wegen der Naturgegebenheiten kommen und hier Radtouren und Wanderungen auch auf abseitig gelegenen Feldwegen und in Wäldern machen. Auch sollte Zugezogenen ein Willkommensbrief von der Gemeinde zugesandt werden, in dem sie über die Gemeindeordnung und eben auch über die Abfallentsorgung aufgeklärt werden und sich nicht unter sozialem Druck örtlichen Gewohnheiten, die unter Umständen kontraproduktiv sind, anpassen müssen. Dass Frau Schwetasch sich an die Öffentlichkeit gewandt hat, finde ich mutig. Ich wünsche ihr, ihren Hunden und ihren Pflanzen weiterhin von Herzen alles Gute.

↔Karin Glinder,

↔Loge

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