Online: 28.04.2017 - ePaper: 29.04.2017

Wenig schmackhaftes Süppchen

Betrifft: Artikel "Löchriges Funknetz" (EJZ vom 20. April)

Keine Frage, die Funkzellen sind groß um Gartow herum, und dementsprechend gibt es Lücken in der Versorgung. Nur sollte man die vorhandenen Netze zum einen hinsichtlich Netzbetreiber unterscheiden und zum anderen, was den Übertragungsstandard betrifft. Außerdem macht es einen Unterschied, ob man immer am selben Ort die Dienstleistungen nutzen will oder mobil unterwegs ist, und da geht es in dem Artikel drunter und drüber. Telefonieren und Internetnutzung funktionieren prinzipiell über alle drei Übertragungswege: GSM, UMTS und LTE. Aber die Netzbetreiber stellen auf ihren Funkmasten nicht immer alle Varianten zur Verfügung, was interessant wird bei der Datenübertragung. Eigene Netze betreiben die erwähnte Telekom und darüber hinaus Vodafone und Telefónica (O2/E-Plus). Da die Funkmastbetreiber unterschiedliche Standorte nutzen, sind die Funkzellen nicht deckungsgleich. Da kann man nur ausprobieren. Sowohl Telekom als auch Vodafone haben ihr Netze hier relativ gut ausgebaut. Mit einer Richtantenne als Zusatzausrüstung an der eigenen Hütte sollte stationär jeder Ort versorgt sein.

Bei der Nutzung über ein Mobiltelefon sieht die Situation anders aus. Als Beispiel: Bezüglich des Telefonierens gibt es in Vietze mit der Telekom keine Probleme, aber das Vodafone-Netz ist in der Dorfmitte nicht vorhanden. Telefónica ist nach Informationen von Nachbarn ähnlich problematisch. Anders als das Telefonieren, das mit jedem Übertragungsstandard halbwegs verständlich möglich ist, sind die übrigen Funktionen eines Smartphones abhängig von der Übertragungsgeschwindigkeit. GSM ist selbst im Turbomodus (EDGE) für das Surfen auf den heutigen Webseiten schlicht unbrauchbar. Mit UMTS geht es wesentlich fixer und entspricht rund DSL 6000 (Festnetz). LTE war bei meiner Testfahrt vor zirka drei Jahren (von Lüchow nach Vietze mit Leihausrüstung von Vodafone) drastisch schneller, aber da habe ich keine aktuellen Zahlen. Immerhin gab es während der Fahrt keine Verbindungsabbrüche, was für das Netz spricht.

LTE gibt es aber hier inzwischen auch von der Telekom. Kann ich aber mangels eigener Erfahrungen nichts zu sagen.

Die Botschaft unter dem Strich ist: Alle drei Netze auf Verfügbarkeit prüfen und eventuell in ein anderes wechseln. Wichtiger Hinweis: Anbieter ist nicht gleich Netzbetreiber. Also schlau machen, welcher Anbieter welches Netz nutzt. Ansonsten beraten lassen durch anbieterunabhängige Fachleute. Unabhängige Beratung ist nicht leicht zu bekommen, aber allemal erstrebenswert (insbesondere, wenn die Kommunalpolitik sich schlau machen möchte), denn die im Artikel erwähnte Telekom kocht hier im Landkreis ihr ganz eigenes und für die Endverbraucher wenig schmackhaftes Süppchen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Das ebenfalls im Artikel erwähnte Prezelle hat mit seinem Turm bezüglich Funkanbindung ein außergewöhnliches Privileg. Das ist Jammern auf allerhöchstem Niveau.

↔Arno Freihold,

↔Vietze

Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag behandelte ausschließlich das Thema Handynutzung.

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