Online: 19.05.2017 - ePaper: 20.05.2017

Besser Geld für den Klimaschutz und Bildung

Betrifft: "Bundeswehr kauft alte Leoparden ein" (EJZ vom 9. Mai)

Da freut man sich: Frau von der Leyen hat das Repaircafé entdeckt und schützt die Umwelt vor einem unnötigen Schrotthaufen. Nebenbei sichert sie damit noch Arbeitsplätze bei Krauss-Maffei-Wegman. Klasse.

Nur - was ich nicht verstehe: Was heißt "angesichts neuer Bedrohungen"? Sind das die neuen Terrorzellen in der Bundeswehr nach dem Motto: Wo eine entdeckt wurde, gibt es womöglich auch eine hohe Dunkelziffer? So dass an allen Kasernen ein Panzer gegen treulose Soldaten stehen wird? Und einer vor dem Verteidigungsministerium?

Oder kommt nun doch endlich der lang vorhergesagte Russe, oder gar Chinese? Oder eher der Türke? Der will ja schon seit Ende der Kreuzfahrten zu uns, böswillig wie er ist. Mir scheint - wir haben eine große Auswahl was Feinde betrifft.

Nur: Es gibt immer mehr Menschen in Deutschland, die sich weigern, Feinde zu sein. Die also kein Gefallen haben an aufgemotzten Panzern und sonstigem Vernichtungszeugs. Hoffentlich kommt das bei der kommenden Wahl endlich deutlich raus.

Und hoffentlich lesen wir in der EJZ auf der Vorderseite künftig mehr über wirklich neue Bedrohungen, ebenso hausgemacht wie die von Frau von der Leyen. Zum Beispiel über das Gesetz, das die Regierung noch schnell vor der Wahl durchpeitschen will: Privatisierung von Autobahnen und Schulen. Schulen? Schulen! Erfahrungsgemäß geht es dann nur noch um den Gewinn für Aktionäre, sodass die Qualität sinkt und die Preise steigen. Nach zehn Jahren darf der Staat dann die völlig runtergekommenen öffentlichen Güter (die mit Steuergeldern aufgebaut worden waren) wieder retten durch teuren Rückkauf, das heißt: wiederum aus unseren Steuergeldern. Ich schlage vor: zwei Prozent des Brutto Inlandsprodukts nicht für Verteidigung gegen selbst erschaffene Feinde, sondern für Klimaschutz und Bildung.

Gertie Brammer, Karwitz

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