Online: 26.05.2017 - ePaper: 27.05.2017

Hohe Anerkennung für Soldaten der Bundeswehr

Betrifft: Überprüfen von Wehrmachtstradition in Kasernen

Nach einer Pressemeldung vom 13. Mai wurde in der Hamburger Bundeswehruniversität - wie ähnlich in vielen anderen Kasernen - ein Bild des ehemaligen Fliegeroffiziers und späteren Bundeskanzlers Helmut Schmidt abgehängt. Bei derartigen unwürdigen pauschalen Aktionen einer militärischen Traditionspflege sei an das vierte Gebot Martin Luthers erinnert: "Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden." Das Gebot gilt natürlich für alle Väter, auch für alle Soldaten im Dritten Reich, auch über den Tod hinaus.

Ich habe in meiner Dienstzeit als evangelischer Militärpfarrer in Lüneburg ab 1972 in der Scharnhorstkaserne unter diesen Teilnehmern des WK II in kritischer Solidarität offene Kameraden in allen Dienstgraden getroffen. Sie waren loyal, ethisch und fachlich gebildet und setzten sich für ihren Auftrag voll ein. Es waren keine Technokraten. Wir verdanken diesen Männern eine über 50 Jahre dauernde Friedenszeit und gewannen dank ihres Dienstes - einmalig in der deutschen Geschichte - ohne einen Schuss Pulver den gefährlichen Kalten Krieg mit dem Ostblock. Die Toten und die noch Lebenden genießen selbst unter ehemaligen Gegnern hohe Anerkennung.

Mir tut es weh, wie die Ministerin für Verteidigung mit toten tapferen Soldaten umgeht, die sich nicht wehren können. In diesem Umfeld möchte ich nicht dienen. ↔Klaus Schulz-Sandhof,

↔Drethem

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