Online: 07.07.2017 - ePaper: 08.07.2017

Gibt kein richtiges Leben im valschen

Betrifft: "Ihre EJZ heute" von Thomas Janssen (EJZ vom 23. Juni)

Wie schade, und warum auch immer: Thomas Janssen missbilligte, dass Reinhard Kahl Leute zum "Tag der offenen Gesellschaft" in seinen Garten auf dem Höhbeck einlud. Bundesweit gab es übrigens 458 Treffen dieser Art. Janssen gefällt so etwas gar nicht. Er beschreibt, wie das bei ihm selbst zuhause an lauen Sommerabenden so im Privaten abläuft, wenn nämlich "spannende Gespräche über eine Oper oder die Philosophie von Adorno vom Gesang der Nachtigall abgelöst werden".

Zu Reinhard und Hanna Kahls offener Gesellschaft kann ich nur sagen, es wäre schön, gäbe es viel mehr solcher Zusammenkünfte. Es war ein wunderbarer Abend, ohne bemühtes Hochkulturgefasel, mit den Geschichten, Erfahrungen und Ansichten bunt zusammengewürfelter Leute, die eine Freude aneinander und dem Gastgeberehepaar Kahl hatten, dem wir alle dankbar für die Idee dieser Zusammenkunft waren. "Es gibt kein richtiges Leben im valschen" - so parodierte schon Robert Gernhardt in einem seiner Buchtitel Adornos Diktum, von dem, was richtig und falsch sei. Und so haben wir an jenem lauschigen Abend eben nach Meinung des EJZ-Kulturredakteurs mal wieder alles völlig valsch gemacht, weil wir halt nicht das richtige Leben führen, völlig "quantitativ" und nicht "qualitativ", und das kann halt nicht jeder.

↔Roswitha Ziegler, Dickfeitzen

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