Online: 21.07.2017 - ePaper: 22.07.2017

Im Pflegebereich oft nur Mindestlohn

Betrifft: Artikel "Fachkräfte - verzweifelt gesucht" (EJZ vom 12. Juli)

Auf der ersten Seite spricht Autor Jens Feuerriegel noch von gut bezahlten Jobs. Auf Seite 3 sind es nur noch recht ordentlich bezahlte Jobs. Aus welcher Perspektive spricht man von "ordentlich bezahlt"? In der Aufzählung im EJZ-Bericht findet sich auch der Kfz-Mechaniker. Mein Freund ist Kfz- Mechaniker. Der bekommt als Altgeselle 10,50 Euro pro Stunde brutto. Nach allen Abzügen in Lohnsteuerklasse I ohne Kinder geht der mit netto 1100 Euro nach Hause. Abzüglich Miete, Versicherungen, Heizkosten und Zeitung... bleibt zum Leben weniger als der Hartz-4-Satz.

Das soll jetzt hier nicht heißen, dass der Satz für Hartz 4 auskömmlich ist, wohl eher das Gegenteil ist der Fall.

Ich bin im Pflegeberuf tätig. Mein Arbeitgeber zahlt Tarif, aber was heißt das heute noch? Wir bekommen rund 30 Prozent weniger Gehalt als im öffentlichen Dienst an Krankenhäusern bezahlt wird. Viele meiner Kolleginnen bei privaten Arbeitgebern bekommen gerade einmal Mindestlohn im Pflegebereich. Wieviel ist das jetzt? 8,90 Euro pro Stunde - nun ja, aus dem Gastrobereich kenne ich niemanden, der so wenig erhält. Da mögen die Bäume wohl noch in den Himmel wachsen.

Wer will in Zukunft solche Berufe erlernen und ausüben, in denen ein Mensch weder sich selbst noch eine Familie ernähren kann? Denn um diese Berufe geht es in Ihrer Aufzählung, in denen Hungerlöhne gezahlt werden.

↔Lothar Klapper,

↔Satemin

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