Online: 24.07.2017 - ePaper: 25.07.2017

Wie in einem Entwicklungsland

Betrifft: Ständige Verunreinigungen der Bushaltestelle bei Loge

Der Seitenarm der B 493 bei Loge soll offiziell als Radweg und Haltestelle für die Buslinie Lüchow-Schmarsauer Eisenbahn dienen. Inoffiziell wird der Seitenarm aber als Parkplatz genutzt. Der zu kleine Mülleimer quillt ständig über, sofern die Bürger ihren Müll nicht gleich an den Straßenrand werfen. Auch stellen Bürger einfach Plastiktüten mit Hausmüll neben den Mülleimer oder versuchen, diesen in den Mülleimer zu quetschen. Häufig nutzen Lkw-Fahrer die ganze Nacht über den Parkplatz, der offiziell gar keiner ist, und hinterlassen dort ihre Abfälle. Trinker, die nachts das Wartehäuschen nutzen, werfen ihre Schnapsfläschchen achtlos ins Gras.

Zudem wird die nähere Umgebung um die Bushaltestelle als Toilette genutzt, von Lkw- und Pkw-Fahrern oder auch Wohnmobilisten für große und kleine Geschäfte, übrigens auch von Frauen. Benutztes Toilettenpapier liegt dort überall herum.

Ich habe am Welttoilettentag - ja, den gibt es jedes Jahr - der Samtgemeinde Lüchow Vorschläge zur Lösung der unhaltbaren Zustände gemacht (größerer Mülleimer, eine Toilette aufzustellen oder Hinweisschilder anzubringen, dass Wildpinkeln verboten ist und mit Bußgeld belegt wird).

Ein Treffen im April an dieser Stelle mit Vertretern von Samtgemeinde, Landkreis und Straßenmeisterei und Polizei ergab keinen Handlungsbedarf. Es wurde nur gesagt, dass für Lkw ein neuer Parkplatz am Stadtrand eingerichtet worden sei. Als wieder einmal ein Lkw-Fahrer dort übernachtete, schilderte er, dass der neue Lkw-Parkplatz am Abend restlos überfüllt gewesen sei und dass dessen Betreiber eine Nutzungsgebühr verlange. So wird neben der Bushaltestelle bei Loge wohl weiter übernachtet. Mittlerweile ist die Stelle bei Lkw-Fahrern und in der Bevölkerung als Loger Pinkelhaltestelle bekannt.

Der Welttoilettentag ist ins Leben gerufen worden, um die Regierungen der Welt aufzurufen, für vernünftige sanitäre Anlagen für die Bevölkerung zu sorgen. In Entwicklungsländern wie beispielsweise Indien gibt es häufig keine flächendeckende Sanitärversorgung, sodass die Bevölkerung dort gezwungen ist, ihre Geschäfte in der Natur zu verrichten. Ist das Verhalten in einem Kulturland wie Deutschland und insbesondere im Wendland, das die Aufnahme in das Verzeichnis des Weltkulturerbes der Unesco anstrebt, angemessen?

Der Landkreis und die Samtgemeinde Lüchow eiern herum: Der Seitenarm soll zwar kein Parkplatz sein, aber den Verantwortlichen ist sehr wohl bekannt, dass er als Parkplatz und Pinkelhaltestelle genutzt wird. Dann muss aber auch Verantwortung übernommen werden. Vielleicht geht es hier im Landkreis nicht jedem so, aber ich finde es ekelhaft, dass Leute um die Bushaltestelle herum wie selbstverständlich hinpissen und hinkacken. Wie in einem Entwicklungsland eben.

↔Karin Glinder, Loge

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