Online: 28.07.2017 - ePaper: 29.07.2017

Schülerboom von weiteren Migranten abhängig

Betrifft: Artikel "Schülerboom unwahrscheinlich" (EJZ vom 19. Juli)

Die Bertelsmann-Studie, wonach ab 2025 mit bis zu einer Million mehr Grundschüler zu rechnen ist, war für wenige Tage ein Aufreger. Die EJZ (Redakteur Detlef Boick) begründet, warum dieser prognostizierter Schülerboom für Lüchow-Dannenberg ganz unwahrscheinlich ist. Ob er damit richtig liegt, wird sich in den nächsten drei Jahren, also bis 2020, herausstellen.

Tatsache ist, die Samtgemeinde Lüchow lag hinsichtlich ihrer prognostizierten Grundschülerzahlen seit 2006 falsch. Bei der 2015 von der Samtgemeinde Lüchow (Rat und Verwaltung) durchgesetzten Schließung der Grundschulen in Bergen und Schnega wurde fahrlässigerweise ignoriert, dass wir seit 2012 in Deutschland steigende Geburtszahlen haben.

Eine breite Mehrheit im Samtgemeinderat hat die Schließung der Schulen durchgesetzt, gegen den heftigen Protest der politischen Gruppierungen Bürgerliste und SOLI.

Schon wenige Monate später trat die überstürzte und falsche Entscheidung der Schulschließungen klar zutage. Die mit viel Geld errichtete neue modernistische Grundschule in Clenze war zu klein konzipiert. Um diesen Schaden zu heilen, wurde neben der Grundschule ein Hortgebäude errichtet.

Begründung für den Neubau des Hortes war, der derzeitige Hort am Kindergarten in Clenze könne den Bedarf an Hortplätzen nicht mehr decken. Eine unwahre Behauptung. Zum Jahreswechsel 2015 waren dort zwei Hortplätze nicht besetzt.

Kaum war der neue Hort an der Grundschule erstellt, wurde er flugs zur Grundschule umgewidmet. In das neue Hortgebäude zog eine komplette Lernlandschaft der neu errichteten Grundschule ein. Der angeblich dringende Bedarf an weiteren Hortplätzen ist seitdem kein Thema mehr.

Der prognostizierte zukünftige Schülerboom wird hauptsächlich vom weiteren Zuzug der Migranten abhängig sein.

Dieser weitere Zuzug wird eintreten, er wird auch Lüchow-Dannenberg erreichen. Er vollzieht sich bereits 2017, wegen der bevorstehenden Bundestagswahl wird die Flüchtlingskrise derzeit tabuisiert. Gleichwohl haben wir im ersten Halbjahr 2017 mehr als 150000 Zuwanderer gehabt. Hochgerechnet auf das ganze Jahr ergibt das eine Zahl, die einer mittleren Großstadt entspricht. Die zweijährige Karenzzeit für den Familiennachzug läuft im Spätherbst dieses Jahres aus. Vor diesem Hintergrund erscheint die Stellungnahme des ersten Samtgemeinderates der Samtgemeinde Elbtalaue deutlich realistischer als die Stellungnahme seines Kollegen aus der Samtgemeinde Lüchow.

↔Wilhelm von Gottberg,

↔Schnega

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