Online: 01.08.2017 - ePaper: 02.08.2017

Vor der eigenen Tür kehren

Betrifft: Leserbrief "Wie in einem Entwicklungsland" von Karin Glinder (EJZ vom 25. Juli)

Nächtliche Saufpartys an der Bushaltestelle, haufenweise große und kleine Geschäfte sogar mit Frauen, schlafende Lkw-Fahrer und sogar Wohnmobile. Hab' ich da etwa was verpasst oder leidet da jemand an Wahrnehmungsstörungen?

Seit über 20 Jahren führen mich meine fast täglichen Spaziergänge auch über den doch bisher recht beschaulichen Parkplatz bei Loge. Ich sehe einen baufälligen Schuppen mit unnützen farblichen Schmierereien, kunterbunte angenagelte Bretter (Pippi Langstrumpf?) und viel Wildwuchs auf besagtem Grundstück (früher Lagerplatz der Straßenmeisterei, jetzt Privatbesitz von Frau Glinder). Häufig sehe ich auch meist freundlich grüßende Radfahrer im Buswartehäuschen sitzen (manchmal auch mit Bierflasche in der Hand), ab und zu parkende Autofahrer mit Handy am Ohr und selten ein Lkw oder gar Wohnmobil.

Tatsache ist allerdings, dass in der jüngsten Zeit vermehrt Restmüll im kleinen Müllbehälter oder daneben abgelegt wurde. Vielleicht hat ja die Verwahrlosung des Grundstücks auch dazu beigetragen. Bisher wurde jedoch trotzdem einmal die Woche der Müll abgeholt. Das ist jetzt vorbei. Die Stadt hat nun den Müllbehälter abmontiert. Wer sich über den Müll anderer Leute aufregt, sollte erstmal vor der eigenen Tür kehren.

Dr. Annemarie Lang, Loge

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