Online: 08.08.2017 - ePaper: 09.08.2017

Bruch mit Türkei notwendig

Betrifft: Artikel "Ende des Kuschelkurses" (EJZ vom 20. Juli)

Was muss eigentlich noch alles von Seiten der türkischen "Regierung" passieren, bis endlich von der deutschen Regierung dementsprechend vorgegangen wird?

Historie: Als in Österreich die Koalition von FPÖ und OVP geschlossen wurde, beriefen sich die EU-Gremien unter anderem auf den Artikel 7 des EU-Vertrages. Österreich wurde von Beratungen wie auch Abstimmungsbeteiligung ausgeschlossen. Die FPÖ war für mich keinesfall antidemokratisch oder nazistisch. Diese FPÖ, die ich nicht wählen würde, war halt "nur" populistisch. Die FPÖ ist gemäß der türkischen, polnischen und ungarischen Regierung dagegen ein Fliegenschiss.

Die EU ist meiner Meinung nach ein total verdiplomatisierter Haufen von Heuchlern, Lügnern, Beschwichtigern und anderen Verhaltensunarten. Eigentlich ist dies ja ein alter Hut vom Wiener Kongress von 1813 bis 1815. Da wurde der Anfang des Übels aus der Taufe gehoben (Metternich, nach heutigen Maßstäben ein Menschenrechtsverbrecher). Macht aber nichts. Gibt es doch den Fürst-Metternich-Sekt. Bin neugierig, wann es den Hitler-Schampus geben wird.

Zurück zum Eigentlichen: Die Türkei ist NATO-Mitglied. Diese NATO ist meiner Meinung nach überflüssig. Bei der Gründung dieses Paktes stand in der Präambel etwas von Demokratie dieser Länder. Gegengewicht zum Warschauer Pakt. Mit Demokratie hatte und hat die NATO nur bedingt etwas zu tun. Beispiele: Von Anfang an war Portugal eine Diktatur (Salazar), in den 1970er-Jahren dann Griechenland (Pathagos) und wiederholt die Türkei. In den USA endete die Apartheit - sprich: Rassentrennung - etwa um 1975. So viel zu diesem demokratischen Geheul.

Ein diplomatischer Bruch mit der Türkei ist notwendig. Wirtschaftliche Beziehungen müssen beendet werden. Überflugrechte für türkische Flugzeuge über die EU müssen gestrichen werden.

Dies ist natürlich ein Wunschdenken von mir. Die Wirtschaft ist das eigentliche Problem. Wirtschaftsinteressen sind vorrangig. Es ist immer schwierig, wenn eine Regierung wie die türkische einem Gernegroß und der Dritten Welt angehört. Erpressung ist nicht hinnehmbar. Die Türkei betreibt diplomatisch bilaterale Wegelagerei. Eigentlich dürfte aus moralischen Gründen kein EU-Bürger Urlaub in der Türkei machen. Wer jetzt noch in der Türkei Urlaub macht, ist für mein Gefühl ein Sympathisant von Erdogan. Ich werde den Kontakt mit Türkei-Urlaubern abbrechen.

Hugo Hager, Kapern

^ Seitenanfang