Online: 18.08.2017 - ePaper: 19.08.2017

Innenstadt trostlos

Betrifft: Einkaufen in Dannenbergs Innenstadt

Seit Jahren machen wir Ferien in Dannenberg, weil wir wissen, dass die Reitschule Dannenberg in Lehrgängen und Ausbildung von Mensch und Pferd super ist. Früher kamen wir mit unseren Kindern, heute mit unseren Enkeln.

Wir kommen aus einer niedersächsischen Kleinstadt und sind im Bäckerei-Handwerk selbstständig. Unser Sohn ist Mitbegründer und 1. Vorsitzender in unserer Werbegemeinschaft. Wir kennen die Probleme der kleinen Städte, denn wir liegen nahe an Hannover, und durch gute Zugverbindungen ist der Reiz, in der Stadt einzukaufen, sehr groß. Dannenbergs Innenstadt ist uns durch viele Einkäufe und Gaststättenbesuche bekannt. Da mein Mann seine Tageszeitung braucht, kennen wir auch diese. Was uns von Jahr zu Jahr immer häufiger - leider negativ - auffällt, ist die zunehmende Leere und Leblosigkeit der Innenstadt - oder vielleicht sollen wir es als Trostlosigkeit beschreiben. Interessiert nahmen wir eine "Innenstadt-Offensive" zur Kenntnis und wurden aber gleichzeitig mit Halteverboten und Knöllchen schreibenden, Fotos machenden "wichtigen Menschen" vertrieben! Wir sind keine Aldi-und-Co.-Kunden, da wir wissen, wie sehr der Einzelhandel zu kämpfen hat, aber in Dannenberg wird man direkt dorthin vertrieben.

Dannenbergs Bürgermeister und andere Stadt- und Werbeverantwortliche mögen sich ja für fotogen und wichtig halten (fünfmal in 14 Tagen in der Zeitung), aber ein Großteil der Rathausgehälter zahlt der Einzelhandel. Wir fragen uns nur: wie lange noch?! Bei einer gut besuchten Innenstadt dürfte die Gewerbesteuereinnahme höher sein als das "Wegelagerergeld" der Knöllchenschreiber.

Wir wünschen uns für unseren nächsten Urlaub eine viel, viel belebtere Innenstadt, denn wenn der Negativtrend so weitergeht, gibt es auch bald kein Knöllchengeld mehr, nur Kosten für die Mitarbeiter, die vergebens nach Kunden suchen.

Herbert und Sabine Mordfeld, Barsinghausen

^ Seitenanfang