Online: 11.10.2017 - ePaper: 12.10.2017

Echte Naivität?

Betrifft: Leserbrief "Eine groteske Interpretation" von Olaf Henke (EJZ vom 30. September)

Der enorme Haufen von Kreide, der für diese Fleißarbeit herhalten musste, hat mein Gehirn nicht vernebeln können - und auch die fette Schleimspur drumherum konnte es nicht zukleistern. Ich denke, Herr Piel kann auf solches "Lob" verzichten, das einzig der Instrumentalisierung dient. Eigentlich kann man kaum glauben, dass die Naivität echt ist, mit der die Einstellung der AfD, die durch das bewusste Plakat in mehr als unangenehmer Weise verdeutlicht wird, hier entschärft werden soll. Die Argumentation schrammt gerade so haarscharf am Eigentlichen vorbei. Ohne jeden Hintergedanken soll die niedrige deutsche Geburtenrate angeprangert werden? Das Gerede um "selber" oder "selbst" dient doch als weitere Nebelkerze, um das, was wirklich gemeint ist, gar nicht weiter behandeln zu müssen. Geradezu offen infam ist der Hinweis auf im Netz "herumgeisternde" Zusammenhänge, mit Hilfe derer er Herrn Piel unterstellt, er hätte nur nachgeplappert, was sowieso schon gemutmaßt wurde. Da könnte Herr Henke sich schon mal fragen, wie es denn kommt, dass so viele da einen Zusammenhang der unseligsten Güte erkennen. Einen deutlicheren Hinweis gibt es kaum. Ich jedenfalls kann mir kaum vorstellen, dass ein solches Pamphlet wie das von Herrn Henke einen Wahlerfolg dieser Partei befördert. So dumm sind die Menschen hier nicht.

↔Haninga Thiel, Dannenberg

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