Online: 11.10.2017 - ePaper: 12.10.2017

Desinformierend und beleidigend

Betrifft: Kommentar "Die guten Deutschen" von Karl-Friedrich Kassel (EJZ vom 30. September)

Ein echter Kassel! Herr Karl-Friedrich Kassel hat im obligatorischen Sonnabend-Kommentar der EJZ erneut einen Beweis für seine verfestigte ideologisch-linke Sichtweise des politischen Geschehens kundgetan. Die verfassungsmäßig verankerte pluralistische Meinungsvielfalt erlaubt ihm das. Wir können das gelassen ertragen. Allerdings ist bei seinem Kommentar Widerspruch geboten, denn er unterfüttert seine Meinung mit einer Desinformation, einer falschen Schlussfolgerung sowie einer Beleidigung. Kassel behauptet, dass 7,8 Prozent AfD-Anteil am Wahlergebnis im Wendland ein bemerkenswert niedriger Anteil sei. Das ist Unfug. Niedersachsenweit sind knapp 8 Prozent AfD-Stimmen ein ordentliches Ergebnis, insbesondere auch deshalb, weil im Wahlkreis Elbe, wozu das Wendland gehört, 8,9 Prozent AfD-Stimmen gezählt wurden. Das ist fast Landesdurchschnitt (9,1 Prozent). Im Wahlkreis Mittelems erreichte die AfD dagegen nur 5,4 Prozent, in Oldenburg-Ammerland 7,2 Prozent, in Osnabrück- Land 7,3 Prozent, in der Großstadt Osnabrück 6,3 Prozent.

Karl-Friedrich Kassel nimmt Anstoß an der Formulierung meiner Dankadresse für die AfD-Wähler vom 26. September in dieser Zeitung: "Sie hatten den Mut sich zu Deutschland zu bekennen." Mit dieser Formulierung hätte ich 92 Prozent der Wähler ausgegrenzt, die anders gewählt haben. Eine abenteuerliche Schlussfolgerung, die völlig aus der Luft gegriffen ist.

Recht beachtlich war die Zahl der kommunalpolitischen Repräsentanten aus UWG, SPD und CDU, die mir zu meinem Bundestagsmandat gratuliert haben. Sie fühlten sich jedenfalls nicht durch meine Dankadresse ausgegrenzt. Um seine obskure Ausgrenzungstheorie zu untermauern, nannte Kassel Beispiele der Ausgrenzung aus der deutschen Geschichte. Die Diffamierung der Sozialdemokraten im Kaiserreich, die Stigmatisierung ganzer Volksgruppen als Volksschädlinge im Dritten Reich - soweit, so richtig. Unmittelbar danach nennt er mich und diffamiert mich als Ausgrenzer. Jedem aufmerksamen Leser wird klar, was er damit - gewissermaßen zwischen den Zeilen - sagen will. So nicht, Herr Kassel!

Warum hat Karl-Friedrich Kassel nicht über die Ausgrenzung der AfD im Wahlkampf berichtet? Er kennt die Beispiele. Sie wurden in den von den Steuerbürgern finanzierten audiovisuellen Medien gebracht. "Die AfD ist eine Organisation von Hetzern", "Die AfD ist eine Schande für Deutschland", "Die AfD, das ist ,Mob und Pack'". Die Spitzenkandidatin der AfD ist eine "Nazi-Schlampe".

Geradezu gehässig ist Kassels abschließender Satz in seinem Kommentar. In Bezug auf die AfD-Bundestagsabgeordneten formulierte er: "Die Kreide ist offensichtlich noch nicht bei allen Abgeordneten angekommen."

↔Wilhelm von Gottberg,

↔Külitz

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