Online: 10.11.2017 - ePaper: 11.11.2017

Wildblumen anstatt Rasen

Betrifft: Artikel "Auch im Wendland sterben Insekten" (EJZ vom 8. November)

In dem Artikel erläutert der Insektenexperte Jochen Köhler, welche weitreichenden Folgen der Insektenschwund für den Naturhaushalt habe. Fehlen die Insekten, sterben Vögel und Fledermäuse. "Letztlich führe das Insektensterben dazu, dass die Zahl der Bestäuber für die Früchte zurückgehe," sagte Köhler in dem Bericht. Für mich ist es unfassbar, dass freie Tiere und die Bienen sterben und wir Menschen als Verursacher verantwortlich sind. Ich finde, langatmige Debatten verschwenden kostbare Zeit. Jetzt ist Handeln statt Reden notwendig.

Nicht nur die Politik, jeder Mensch kann aktiv werden und sein eigenes Verhalten verändern, um in seinem persönlichem Umfeld kreative Beispiele zum Mitmachen zu zeigen. Hierfür gibt es viele einfache Möglichkeiten, von denen ich zwei erwähne: Jeder Mensch könnte die Teilnahme beim kollektiven Wettbewerb des akkurat gepflegten Rasens ablehnen und anfangen, mit bunter Vielfalt seinen Vorgarten zu einer blühenden Oase für Biene, Hummel und Co. zu gestalten. Blühstreifen schaffen, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch auf privaten Grünflächen. Wildblumenwiesen statt kurzgeschorenem Rasen könnten im Übrigen auch ein Markenzeichen für die Rundlingsdörfer im Wendland werden. Zudem hat jeder Mensch als Verbraucher die Macht, auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Würde die Bevölkerung vermehrt direkt beim Erzeuger kaufen, kleine Hofläden und die bäuerliche Landwirtschaft unterstützen, anstatt Billigprodukte aus Supermärkten zu konsumieren, wäre das ein deutliches Zeichen. Saisonale, regionale Erzeugnisse, nicht in Plastik verpackt, nicht aus der Massentierhaltung und ohne Gifte hergestellt - das hätte heilsame Wirkung für die Natur, Gesundheit und den Umweltschutz.

↔Majanne Behrens, Beesem

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